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Meine Stadt Verbraucherschutz gibt sich geschlagen
Hannover Meine Stadt Verbraucherschutz gibt sich geschlagen
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10:43 28.06.2010
Teure "Schnäppchen" - der Verbraucherschutz warnt vor Abzocke bei Kaffeefahrten.
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Von Vera König

Hannover. Das Schreiben an Rüdiger Sand wirkte verlockend – und überaus seriös. Das Finanzdienstleistungsunternehmen Dr. Braun & Partner informierte den Mann, er sei geschädigt worden. Die versprochene Auszahlung aus einem Lotto-Gewinn-Service habe er zwar nicht erhalten, aber Dr. Braun und Partner „haben für Ihr Recht gekämpft“ und das Geld jetzt eingetrieben. Den Betrag von 946,72 Euro könne er in der Braun-Zweigstelle abholen. Einen Bus für den Transport stelle man kostenlos zur Verfügung.

Der Brief trug eine Vorgangsnummer, ein Aktenzeichen – aber keine Telefonnummer hinter dem Namen des Sachbearbeiters. Was Helga Sand am meisten stutzen ließ: „Mein Mann ist doch schon vor neun Jahren gestorben.“ Der Brief – offenbar nichts anderes als eine verdeckte Einladung zur Kaffeefahrt.

„Das ist von vorn bis hinten Betrug“, bestätigt Petra Kristandt, „man wird so abgezockt.“ Die Vize-Chefin der Verbraucherzentrale Niedersachsen zur NP: „Auf keinen Fall sollte man auf einen solchen Brief reagieren. Dann hat der Absender nur eine neue Adresse, die er weiterverkaufen kann.“ Meldete man sich zur Kaffeefahrt an, bekomme man überteuerte Produkte zweifelhafter Qualität angedreht, solle zwielichtige Verträge abschließen oder zahle schon beim Telefonanruf.

„Einfach wegwerfen“, rät Petra Kristandt zum richtigen Umgang mit solch unseriösen Gewinnbriefen. Die VZN erhalte „tausende von Anfragen jährlich deswegen“.

Inzwischen habe sie den Kampf gegen diese Betrüger aufgegeben. „Keine Adresse, keine Telefonnummer, sondern nur eine Briefkastenfirma – sie kommen da nicht ran. Wir können niemanden dingfest machen.“

Natürlich sind die irreführenden Gewinnversprechen nach dem Gesetz gegen unlautere Werbung strafbar. Auch der Bundesgerichtshof hat „das Anlocken zu Kaffeefahrten mit falschen Versprechungen“ in einem Urteil so bestätigt (Az.: 3StR 11/02). Aber die Briefabsender werden immer gerissener. Ist ihr Name durch Warnhinweise verbrannt, tauchen sie einen Tag später unter neuer Firmierung wieder auf.

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