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Meine Stadt Vatertag: Viel zu tun für Sanitäter und Polizei
Hannover Meine Stadt Vatertag: Viel zu tun für Sanitäter und Polizei
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11:11 10.05.2013
Wenn der Alkohol fließt, haben die Johanniter einige Einsätze am Vatertag. Quelle: Treblin
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Steinhude

Auf den Einmarsch kommt es an. Wer ein Vatertagsprofi am Steinhuder Meer ist, kommt nicht zu früh zur Wiese an den Strandterrassen – es müssen Besucher da sein, die den Auftritt bewundern. Aber auch zu spät zu kommen wäre ein Fehler, da dann die besten Plätze belegt sind. Die Freunde aus Hagenburg, die sich „Coco Gang“ nennen, trudeln mit ihrem Bollerwagen um 13 Uhr ein. „Wir sind schon um 8.30 Uhr losgegangen“, berichtet Dennis und beginnt zu grölen: „Vatertag ist das Geilste, das ist der Hammer!“ Wieso sie so früh an einem freien Tag unterwegs sind? „Wer früh anfängt, hält auch lange durch.“

Solche Sätze lassen die Ehrenamtlichen im Lager der Johanniter einem stressigen Arbeitstag entgegensehen. 30 Mann haben sich freiwillig für den Dienst am Feiertag Christi Himmelfahrt gemeldet. Um acht Uhr haben sie sich getroffen, bis 22 Uhr werden sie im Einsatz sein. Die Stimmung ist trotz der bevorstehenden Einsätze sehr entspannt. „Hier gibt es kein Genöle“, sagt Einsatzleiter Timo Brüning. Es gebe sogar ein Geburtstagskind und deshalb für den Nachmittag Erdbeerkuchen im Verpflegungszelt. „Unsere Mitarbeiter müssen
fit sein für die Arbeit, und bei so einem langen Tag gehört gutes Essen dazu“, erklärt Brüning. Die meisten Unfälle entstünden erfahrungsgemäß durch den Alkohol. Entweder tränken die Jugendlichen zu viel, der Kreislauf mache schlapp oder sie stürzen – ebenfalls vorwiegend bedingt durch Alkohol. Im schlimmsten Fall gäbe es Massenschlägereien. Martin Peters (22) und Stefan Nölke (34) von den Johannitern sind in solchen Fällen da. Mit einem Notfallkoffer und einer Trage streifen die beiden Rettungsassistenten durch die Menge. Sie haben den Dienst schon mehrfach gemacht. „Beim ersten Mal dachte ich, dass sehr viel auf mich zukommen würde, aber inzwischen sehe ich das ganz entspannt“, sagt Nölke und ergänzt: „Es sind auch wirklich viele Leute dabei, die nicht zu viel trinken und friedlich sind.“

Aber eben nicht alle: Einige Jugendliche geraten in Streit, aber die Polizei ist schnell da und kann die betrunkenen Raufbolde beruhigen. Ein junger Mann, deutlich alkoholisiert und mit blutender Hand, stürmt zu den Sanitätern. Er hat sich an einer Cola-Dose geschnitten und muss einen Verband bekommen. Durch den Alkohol spürt er anscheinend wenig vom Schmerz. An direkten Verletzungen die schlimmste an diesem Vatertag. „Es gab Fälle, bei denen wir die Eltern der Kinder anrufen mussten oder sie direkt ins Krankenhaus bringen“, erklärt Brüning. Wenn die Eltern nicht erreicht werden, müssen die Kinder in Obhut genommen werden. „Es scheint, als habe das große Polizeiaufkommen abgeschreckt, außerdem sorgt die Polizei dafür, dass um 18 Uhr die Musik ausgemacht wird, und um 19 Uhr wird die Wiese geräumt“, sagt Sanitäter Peters.

An der Weißen Düne, auf der anderen Seite des Steinhuder Meers, sieht die Situation ähnlich aus. Hier achten die DLRG und das Rote Kreuz auf die Sicherheit. „Drei Transporte ins Krankenhaus gab es hier“, sagt Christian Niemüller, der stellvertretende Bereitschaftsleiter. Die Badeinsel, die in den vergangenen Jahren schon von einem privaten Sicherheitsdienst bewacht wurde, hat ihren Reiz vollkommen verloren. Ganz spezielle Einsätze findet man wenige Meter neben der Wiese. Die Zahl der weinenden Mädchen ist enorm. „Hier enden viele Beziehungen, und hier entstehen wohl auch einige neue, und wer weiß, wie viele dann wirklich bald Vater sind“, scherzt Nölke. Insgesamt sei es inzwischen keine besonders männliche Veranstaltung mehr, die Mädchen seien ebenso oft vertreten. Jana (20) ist das weibliche Pendant der Hagenburg-Clique. „Den Bollerwagen hat mein Vater vor zig Jahren gebaut – natürlich ist das Pink von uns“, sagt sie stolz.

700 Besucher zählte die Behörde an den Steinhuder Strandterrassen, ungefähr genauso viele an der Weißen Düne in Mardorf. Auch im Deister waren rund 1000 mit Bollerwagen und Bier unterwegs. In diesem Jahr blieb es zumeist ruhig – auch in Hannover. Am Maschsee allerdings erlitt ein 16-Jähriger bei einer Schlägerei zwischen zwei Gruppen durch eine Flasche schwere Schnittverletzungen im Gesicht. Er kam stationär ins Krankenhaus. Der Tatverdächtige (23) wurde nach kurzer Verfolgung gefasst. Er hatte 1,82 Promille. Im Maschpark traten am Abend zwei Betrunkene auf Feiernde ein – Festnahme. Die Männer hatten vier Personen verletzt, einer sogar gegen den Kopf getreten, als sie bereits am Boden lag. Bei einer weiteren Schlägerei trat ein 20-Jähriger (1,35 Promille) einem Polizisten in die Rippen.

Auf einem Grillplatz im Kleefelder Teil der Eilenriede gerieten zwei Gruppen aneinander. Ein Mann wurde leicht verletzt. Die Polizei nahm einen Schläger fest. Am Steinhuder Meer zählte die Polizei bis zum Abend 25 Straftaten. Neben fünf Körperverletzungen registrierten die Beamten auch Verstöße gegen das Waffengesetz: Sie fanden vier Schreckschusspistolen, ein Jugendlicher zündete verbotene Böller. 54 Minderjährige hatten gegen das Alkoholverbot verstoßen. Den Höchstwert unter den Betrunkenen hatte ein 17-Jähriger zu bieten – 2,42 Promille. Eine 16-Jährige hatte 2,2 Promille. Später am Abend kam es zu kleineren Rangeleien, als Betrunkene die Wiese an den Strandterrassen nicht verlassen wollten. Die Polizei hatte die Wiese wie angekündigt räumen wollen. Im Deister an der Kreuzbuche hatten Unbekannte am Nachmittag einen Hochsitz angezündet. eva/cf

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