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VOLL GESTÄNDIG: Andreas M. (neben Verteidigerin Anna Denneke) hat seine Tochter mehrfach missbraucht.  Foto: Schaarschmidt

VOLL GESTÄNDIG: Andreas M. (neben Verteidigerin Anna Denneke) hat seine Tochter mehrfach missbraucht. Foto: Schaarschmidt© Tim Schaarschmidt

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Prozess

Vater gesteht Missbrauch der Tochter

Mit tränenerstickter Stimme gesteht Andreas M. (43): „Es tut mir leid, was ich meiner Tochter angetan habe. Ich habe ihr eine unbeschwerte Kindheit genommen.“ Gestern begann der Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor dem Landgericht.

Hannover. Das Ungeheuerliche: Der Vater begann mit dem Missbrauch, als seine Tochter drei Jahre alt war. Zwischen 2000 und 2011 habe er manchmal „zwei Mal am Tag“ sich an seinem Kind vergangen, heißt es in den Polizeiakten. Dennoch sind lediglich 20 Fälle angeklagt. Als die schwer traumatisierte junge Frau 2013 Anzeige erstattete, konnte sie sich kaum an Einzelheiten der Taten erinnern.

„Ich schäme mich sehr. Ich räume den sexuellen Missbrauch voll ein“, sagte der Vater. Ihm habe das Einfühlungsvermögen für das gefehlt, was er seiner Tochter angetan habe. Im Geständnis machte er seine Alkoholsucht für seine Taten verantwortlich.

Doch war das wirklich so? In der polizeilichen Aussage sagte das Opfer, dass der Vater bei seinen Untaten nicht betrunken gewesen war. Die Ex-Frau des Angeklagten (45) erklärte gestern im Zeugenstand: „Sein Alkoholkonsum wurde erst auffällig, als unsere Tochter ihren ersten Freund hatte.“ Da war das Mädchen 14 Jahre alt. Die Ehefrau sprach ihren Mann darauf an, warum er soviel trinke. Beruflicher Stress und Schulden, lautete die Antwort.

Auch Psychiater Michael von der Haar meinte: „Eine Erklärung für den sexuellen Missbrauch konnte der Angeklagte nicht geben.“ Er schilderte den Angeklagten als einen unauffälligen Mann. Allerdings habe er sich von seiner Frau dominiert gefühlt. Während die Mutter des Opfers von einer „guten Ehe“ sprach, sagte Andreas M: „Im Rausch habe ich mir die Zuwendung geholt, die mir in der Ehe gefehlt hat“; bei seiner kleinen Tochter. Ihm habe es an Anerkennung und Respekt in der Ehe gefehlt, sagte er über seine Ex-Partnerin.

2009 wäre der Missbrauch beinahe aufgeflogen. Die Mutter fand einen unabgeschickten Brief ihrer Tochter an eine Freundin, in dem der Missbrauch beschrieben wurde. Doch der Angeklagte setzte das Kind unter Druck: „Wenn das herauskommt, sind deine Mutter und dein Bruder alleine. Das ist dann deine Schuld.“ Die Tochter widerrief die Übergriffe des Vaters. Die Mutter glaubte ihrem Mann. Selbst als M. im Februar 2013 den Missbrauch gestand, lebte die Familie noch bis zum Juli unter einem Dach. Die Tochter war bereits mehrfach in einer psychiatrischen Klinik.

Urteil Donnerstag


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