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Meine Stadt Unsere Zukunft: Die Wüste Region?
Hannover Meine Stadt Unsere Zukunft: Die Wüste Region?
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00:22 27.07.2015
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Hannover

Alle reden über das Wetter - Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, auch. Die Umweltbüros Meteoterra und Geo-Net Umweltconsulting haben Wetterdaten für die Region Hannover ausgewertet. Das Ergebnis hat in der Eindeutigkeit auch den Umweltdezernenten überrascht: „In den vergangenen 40 Jahren hat sich das Klima erkennbar verändert“, sagt Priebs.

Die Messreihen der Wetterstation am Flughafen belegen, dass die Jahresmitteltemperatur zwischen 1981 und 2010 um ein Grad Celsius im Vergleich zu 1950 bis 1971 gestiegen ist. In denselben Zeiträumen hat sich die Zahl der heißen Tage (Höchstwert von mindestens 30 Grad Celsius) im Durchschnitt von drei auf sechs Tage im Jahr verdoppelt.

Bei den Frosttagen haben die Wetterexperten einen gegenläufigen Trend verzeichnet - wenn auch in schwächerer Form. Von 1951 bis 1970 gab es im Mittel 87 Frosttage (Tagestiefsttemperatur unter 0 Grad Celsius). In den folgenden Jahren registrierten die Meteorologen bis 2010 im Schnitt 70 Frosttage pro Jahr. Auch die Eistage (Temperaturhöchstwert unter 0 Grad Celsius) folgen einem ähnlichen Trend: Rückgang bis 2010 um 20 Prozent.

Bei den Niederschlägen ist das Bild deutlich inhomogener: Mit 935 Millimeter Regen pro Quadratmeter war 1981 das feuchteste Jahr; 1959 fielen lediglich 337 Millimeter Regen pro Quadratmeter - Dürre-Rekord. Einen eindeutigen Trend konnten die Wetterexperten bis in die Gegenwart nicht ausmachen. Das Resümee der Umweltexperten: „Schon heute sind Trends erkennbar, die sich über die natürliche Variabilität des Klimas erklären lassen.“

Das Schwierige an Prognosen ist, dass sie sich auf die Zukunft beziehen. Die Umweltbüros haben aber anhand anerkannter Modelle das Klima für die Region Hannover für 2050 und 2100 errechnet. Und diese Zahlen lassen aufhorchen: Bis 2050 erhöht sich die Jahresmitteltemperatur um mehr als zwei Grad Celsius und bis zum Ende des Jahrhunderts um fast 3,5 Grad - auf eine Jahresmitteltemperatur von 12,8 Grad. Die Auswirkungen auf unsere Umwelt sind fatal: Bis 2100 könnte die Zahl der heißen Tage auf 30 und die Quote der Sommertage (Höchsttemperatur mindestens 25 Grad) auf 77 im Jahr steigen. Gegenüber 1990 stiege die Zahl der heißen Tage damit um das Zwölffache. Die Sommertage verdreifachen sich.

Parallel dazu nehmen die Frosttage ab: 1990 waren es noch 71 kalte Tage, 2100 sollen es nur 27 sein. Bei den Eistagen sinkt die Quote von 14 auf zwei bis drei Tage im Jahr.

Die Umweltexperten prophezeien Hitze- und Dürreperioden sowie eine zunehmende Zahl von Überflutungen. Zwar sinkt die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge von 630 Millimeter (1961 bis 1990) auf 587 Millimeter (2041 bis 2070) und bis 2100 auf 553 Millimeter, aber einher geht damit der Anstieg regenreicher Stürme und Orkane.

„Für die Temperaturen können die Ergebnisse als äußerst robust eingestuft werden“, sind die Wetterexperten zuversichtlich. Sie räumen aber auch ein, dass die wind- und niederschlagsabhängigen Prognosen deutlich unsicherer sind.

Mehr zum Thema in der Sonnabend-Ausgabe der NP!

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