Navigation:
KEIN FREIER PLATZ: Studierende müssen zusammenrücken, weil gerade Einführungsveranstaltungen häufig (zu) voll sind - mancher muss sogar auf der Treppe oder dem Boden sitzen.

Uni Hannover: Studierende müssen zusammenrücken, weil gerade Einführungsveranstaltungen häufig (zu) voll sind - mancher muss sogar auf der Treppe oder dem Boden sitzen.© Archiv

Hannover

Uni: Kein Platz für die Lehre

Volle Vorlesungssäle, noch vollere Seminarräume und keine freien Wohnungen im ganzen Stadtgebiet - die Studierendenzahlen explodieren, das führt zunehmend zu Problemen.

Hannover. „Die Zustände im Lehrbetrieb sind katastrophal“, sagt Bodo Steffen, Sprecher des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) der Leibniz-Uni Hannover.

In einer aktuellen Stellungnahme des Asta wird das Präsidium der Leibniz-Uni massiv kritisiert. Von einer „verfehlten Personalpolitik“ ist die Rede, von „hoffnungslos überfüllten“ Seminaren und Vorlesungen sowie vom „Einstampfen“ vermeintlich unren-tabler Studiengänge. Den Studenten platzt offenbar langsam der Kragen.

Zu den Fakten: Seit 2010 ist die Zahl der Studierenden von 20 758 auf ein Rekordhoch von rund 26 800 gestiegen; das ist ein Plus von knapp 30 Prozent. Gleichzeitig, so der Asta, sei die Zahl der wissenschaftlich Beschäftigten aber nur unwesentlich erhöht worden. Arbeiteten 2010 laut offiziellem Zahlenspiegel 2668 wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren an der Uni, wuchs die Zahl bis Ende 2014 um elf Prozent auf 2980. „Exzellente Lehre“ sei so „nicht zu machen“, meint Asta-Sprecher Steffen.

„Es lässt sich seit einiger Zeit beobachten, dass gerade Einführungsveranstaltungen in nahezu allen Fachbereichen hoffnungslos überfüllt sind“, erklärt Steffen. Studierende säßen auf den Stufen der Hörsäle oder dem Fußboden der Seminarräume. Seminare, die mit zehn bis 20 Teilnehmern angemessen besucht wären, müssten zudem schon mal mit über 100 Teilnehmern fertigwerden.

Dabei seien die finanziellen Mittel der Hochschule im gleichen Zeitraum dank steigender Drittmittel, Sondermitteln (für bauliche Maßnahmen) und stetig wachsender Studierendenzahlen um rund 70 Millionen Euro gestiegen. Wie passt das zusammen?

Mechtild von Münchhausen, Sprecherin der Leibniz-Uni, sagt: „Wir freuen uns über die steigende Zahl an Studienanfängern. Sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die hohe Qualität in Forschung und Lehre sowie der attraktive Standort deutlich auffallen.“ Immer mehr Studenten sind also ein Erfolg auf ganzer Linie? Auf den vom Asta kritisch gesehenen Wohnungsmarkt habe man „leider“ kaum Einfluss, appelliere jedoch an Politik und Öffentlichkeit, tätig zu werden.

Fragt man von Münchhausen, ob die Auslastungsgrenze der Hochschule vielleicht einfach er-reicht sei, antwortet sie: „Ziel von Bund und Ländern ist es sicherzustellen, dass alle Studienwilligen ein Hochschulstudium aufnehmen können. Vor allem durch die Einstellung zusätzlichen Personals und die Vergabe von Lehraufträgen soll Hochschulen ermöglicht werden, mehr Studienanfänger aufzunehmen.“ Das könnte bedeuten, dass Seminare, Stadt und Vorlesungen noch voller werden.


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok