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Meine Stadt Hannover: Unfallflucht mit Kehrmaschine
Hannover Meine Stadt Hannover: Unfallflucht mit Kehrmaschine
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16:57 14.02.2018
Fährt gerne mit dem Citymaster: Matthias B. beging Unfallflucht in Marienwerder.   Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

So ein Citymaster 2000 ist für jeden echten Mann ein Objekt der Begierde. Nun braucht man für die Kehrmaschine eine Einweisung und auch technisches Verständnis. Beides hatte Matthias B. (40) wohl nicht. So fuhr er am 25. Februar 2016 auf einem Garagenhof in Marienwerder mit dem Citymaster gegen ein Garagentor aus Holz.

Dafür wurde der Straßenreiniger am Mittwoch wegen Unfallflucht zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt (30 Tagessätze). Von einem Entzug der Fahrerlaubnis sah Richter Michael Siegfried ab. „Das macht zwei Jahre nach der Tat keinen Sinn“, sagte der Richter.

Der Angeklagte hatte zunächst die Unfallflucht geleugnet: „Dass ich das letzte Mal mit einer Kehrmaschine gefahren, ist mindestens zehn Jahre her.“ Zwei andere Kollegen seien für die Nutzung des Citymasters eingewiesen. Diese Aussage bestätigte sein Vorgesetzter (52). Der Zeuge betonte, dass auch ein gewisses technisches Verständnis für die Nutzung der Kehrmaschine nötig sei. Entscheidend für den Ausgang des Prozess war ein aufmerksamen Rentner (79). Er hatte beobachtet, wie Matthias B. das Tor beschädigt hatte. „Der Mann ist häufig gefahren.“ Denn immer donnerstags wurde auf dem Garagenhof in Marienwerder gekehrt – mit dem Citymaster 2000.

Der Schaden sollte zunächst 3218 Euro betragen. So viel hätte der Austausch des Garagentores gekostet. Doch ein Gutachter (50) sagte gestern aus: „Das Holz war teilweise schon morsch und weich.“ Der Austausch des Garagentores sei nicht sinnvoll, bestenfalls der Ersatz einzelner Bretter. Schaden: 800 Euro.

Am Ende gestand der Angeklagte die Unfallflucht. Er war erst acht Monate nach der Tat angezeigt worden, weil sich die Firma vor einer Schadensregulierung drückte. Wiederum benachrichtigte der Rentner die Polizei, als der Angeklagte abermals vor den Garagen im Einsatz war. „Die Polizisten rückten sofort mit Verstärkung an“, erzählte er. Aber nicht als Putztrupp ...

Von Thomas Nagel

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