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Meine Stadt Verlässt umstrittener Zahnarzt Hannover?
Hannover Meine Stadt Verlässt umstrittener Zahnarzt Hannover?
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00:17 10.10.2018
Viele Menschen haben Angst vor dem Zahnarzt: Der umstrittene Implantologe warb vor allem um solche Patienten. Quelle: dpa
Hannover

Ist er wirklich weg? Nach NP-Informationen bricht der umstrittenste Zahnarzt (53) Hannovers seine Zelte in Hannover ab. So hat die 19. Zivilkammer des Landgerichts am 25. September 2018 entschieden: „Der Kläger wird aufgrund der Unzumutbarkeit der Wahrnehmung des Termins wegen seines Aufenthalts im Ausland von der Verpflichtung, zum Termin am 11. April 2019 zu erscheinen, entbunden.“

Der Zahnarzt und Implantologe soll sich zu dieser Zeit in Australien aufhalten. In 2019 werde der Arzt nicht mehr nach Deutschland zurückkehren und eine Rückkehr für das Jahr 2020 sei unsicher, wurde dem Gericht mitgeteilt.

Angeblich soll die Praxis des Arztes in Hannover aufgelöst sein. Die NP schaute sich vor Ort um und traf den Arzt an. „Sagen Sie allen Menschen, dass die Praxis weiter besteht“, erklärte der der braungebrannte Mediziner. Zu seinen Auslandsplänen wolle er keine Stellung nehmen.

Vor mehr als 15 Jahren hat sich eine Patienteninitiative gegen den Implantologen gegründet, zeitweise machten 120 Patienten – auch vor seiner Praxis – gegen den Arzt mobil. Aus Sicht der Patienten habe ihnen der Arzt unnötige teure, privatärztliche Versorgung aufgeschwatzt. Die Rechnungen gingen in die Zehntausende.

Vier Verurteilungen im Strafregister

Auch bei der hannoverschen Justiz war der Zahnarzt Stammgast. Im Juli 2018 wurde er zu einer Geldstrafe in Höhe von 36 000 Euro (90 Tagessätze) verurteilt. Er hatte zu Unrecht ein TÜV-Zertifikat auf seiner Homepage geführt. Die Verurteilung geschah im Rahmen einer Verständigung. Der Arzt akzeptierte die Geldstrafe, im Gegenzug wurden Verfahren wegen Körperverletzung, Versicherungsbetrug und Titelmissbrauch eingestellt. Sein Strafregister weist nach Auskünften der Staatsanwaltschaft vier Verurteilungen auf. Vor allem die vielen zivilrechtlichen Auseinandersetzungen wegen überhöhter Forderungen beschäftigen seit Jahren das Amts- und das Landgericht.

„Wenn er aufhört, ist das nur positiv“, sagt ein Mitglied der Patienteninitiative (PI). Etwa vor sechs Monaten habe sich das letzte Mal ein Opfer des Zahnarztes bei ihm gemeldet. „Seit dem ist es ruhig.“ Am Sonntag stellte der Arzt gegenüber der NP die Aktivitäten der PI als Verleumdungskampagne dar. „Das ist nicht mal ein Prozent der von mir behandelten Patienten“, erklärte der Arzt. Er habe in all der Zeit mehr als 70 000 Menschen therapiert.

Von Thomas Nagel

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