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ÜBERPRÜFUNG: Kontrolleure lassen sich die Fahrkarten zeigen.

ÜBERPRÜFUNG: Kontrolleure lassen sich die Fahrkarten zeigen.© Martin Steiner

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Nahverkehr

Üstra will wieder schärfer kontrollieren

Die Üstra reagiert auf die im Jahr 2012 gestiegene Schwarzfahrerquote und will in diesem Jahr wieder stärker kontrollieren. Üstra-Chef André Neiß räumte gegenüber der NP ein, dass zuletzt aufgrund von Personalproblemen weniger kontrolliert worden sei.

Hannover. Das soll sich jedoch ändern. „Wir halten an unserer Strategie eines hohen Prüfdrucks fest, um mehr Ehrlichkeit bei den Fahrgästen zu erreichen“, sagte Neiß.

Konkret war die Zahl der Kontrollen im vergangenen Jahr auf 2,78 Millionen gesunken. Zum Vergleich: 2011 wurden noch 3,53 Millionen Fahrgäste kontrolliert. 2010 waren es sogar 3,88 Millionen gewesen. Dass die Üstra in Sachen Kontrollen in den vergangenen beiden Jahren etwas die Zügel schleifen lief, machte sich zwar noch nicht im Jahr 2011, dafür aber 2012 bemerkbar. „Es ist durchaus möglich, dass die Fahrgäste so sensibel sind, dass sie es mal wieder eher wagen schwarzufahren, wenn mal eine Zeit lang etwas weniger kontrolliert wurde“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek.

Allerdings wird es wohl nicht wieder so viele Kontrollen wie im Spitzenjahr 2010 geben. Das Unternehmen strebt einen Wert „irgendwo zwischen den Zahlen von 2011 und 2012“ an, also vermutlich rund drei Millionen Kontrollen.

Dass zuletzt spürbar weniger kontrolliert wurde, führt die Üstra auf mehrere Langzeiterkrankte im 72-köpfigen Team der Kontrolleure zurück. Mitarbeiter seien bis zu ein halbes Jahr aufgefallen. Das hatte zur Folge, dass 2012 jeder Prüfer im Schnitt nur 38888 Kontrollen schaffte. 2010, als nur 64 Kontrolleure im Einsatz waren, lag dieser Wert noch bei 59375 Kontrollen.

Den hohen Krankenstand führt die Üstra vor allem auf den demografischen Wandel zurück. „Auch unsere Belegschaft wird immer älter. Das ist für uns eine große Herausforderung“, sagt Sprecher Iwannek. Mit einem verbesserten Gesundheitsmanagement will das Unternehmen das Problem in den Griff bekommen.

Übrigens: Nicht nur die Kontrollen sind in den vergangenen beiden Jahren spürbar zurückgegangen. Auch die Einnahmen durch die Strafzahlungen, die anfallen, wenn jemand beim Schwarzfahren erwischt wurde, haben abgenommen. 2011 lagen diese noch bei 1,249 Millionen Euro. 2012 gingen sie auf 1,119 Millionen Euro zurück. Im Jahr 2007 hatten diese beispielsweise noch 2,041 Millionen Euro ausgemacht.

Für Üstra-Chef André Neiß geht es allerdings nicht darum, möglichst hohe Einnahmen aus dem so genannten erhöhten Beförderungsentgelt für Schwarzfahrer zu erzielen. „Unser Ziel ist es in erster Linie, durch eine gestärkte Zahlungsmoral höhere Einnahmen aus dem Ticketverkauf zu erzielen“, sagte Neiß.


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