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Meine Stadt Tunnelstationen sind wieder komplett
Hannover Meine Stadt Tunnelstationen sind wieder komplett
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15:18 29.08.2018
Hannover, 29.08.2018: Defibrillatoren retten Leben. U-Stationen sind wieder lückenlos gefüllt: Quelle: Michael Wallmüller
HANNOVER

Wieder komplett: In Hannovers U-Bahnstationen gibt es wieder lückenlos Defibrillatoren für eine Herz-Lungen-Wiederbelebung vor Ort. Die 19 Stationen wurden erstmals 2013 mit insgesamt 46 Geräten bestückt, durch Vandalismus fielen im Laufe der Jahre allerdings acht aus. Da das Projekt seinerzeit spendenfinanziert war, fehlte Geld für die Wiederbeschaffung. Mit 110 000 Euro hat jetzt die Üstra das lebensrettende Projekt wiederbelebt.

„Wir transportieren nicht nur Menschen, wir möchten sie auch sicher und komfortabel transportieren“, sagte Üstra-Chef Volkhardt Klöppner am Mittag bei der Projektpräsentation in der U-Bahnstation Schlägerstraße (Südstadt). Ein Menschenleben sei unbezahlbar, deshalb leiste die Üstra gerne einen Beitrag zu einer Einrichtung, die Menschen vor dem plötzlichen Herztod retten könne. Hannovers Feuerwehr-Dezernentin Rita Maria Rzyski sagte, dass bei rund 480 000 Üstra-Fahrgästen am Tag die Wahrscheinlichkeit nicht gering sei, dass ein Fahrgast in einer U-Bahnstation einen Herzstillstand bekäme. „Wir als Stadt haben ein hohes Interesse daran, dass wir in der Lage sind zu retten und zu helfen.“ Und tatsächlich konnte in der Vergangenheit durch den Einsatz eines Defibrillators in zwei Fällen das Leben von Üstra-Fahrgästen gerettet werden, teilte das Unternehmen mit.

Den Betrieb der Geräte übernimmt weiterhin die Feuerwehr, sie stattet die Standorte nach dem Einsatz eines Defibrillators mit einem Ersatzgerät aus, überprüft bei allen allen Schockgebern turnusmäßig Akkus und Elektroden. „Die Debirillatoren unterliegen der Medizinbetreiberverordnung und unterliegen quasi per Gesetz er regelmäßigen Wartung“, so Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange.

Seit der Inbetriebnahme der Defibrillatoren vor fünf Jahren wurden sie von Unbekannten immer wieder mutwillig zerstört, den Schaden beziffert die Üstra auf über 30000 Euro. „Wir haben an den Geräten Aufkleber angebracht, dass sie videoüberwacht und alarmgericht sind, seither ist der Vandalismus zurückgegengen“, berichtet Christian von Lützow, zuständiger Üstra-Projektleiter. Er betont, dass die Geräte auch für Laien leicht zu bedienen und direkt mit der Feuerwehr-Einsatzleitstelle verbunden seien.

Die Standorte in den Stationen sind mit der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover abgestimmt, die Eigentümerin des Stadtbahnnetzes ist. Die Firma Protec, der Sicherheitsdienst der Üstra, überwacht die Anlagen mit. Die ärztliche und wissenschaftliche Begleitung des Projekts hat die Kardiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) übernommen und zehn Üstra-Mitarbeiter im Umgang mit den Defibrillatoren geschult. Die wiederum haben 146 Kollegen geschult, etwa die Fahrkarten-Kontrolleure oder das Mobile Service Team.

Projekt kostete vor fünf Jahren 70 000 Euro

Das Projekt „Defibrillatoren retten Leben“ hatten 2013 die Feuerwehr Hannover, die MHH, die Deutsche Herzstiftung, die Infra Strukturgesellschaft und die Üstra auf den Weg gebracht. Finanziert wurde es mit 70000 Euro durch Spenden an die Deutsche Herzstiftung, die die Geräte beschafft und installiert hat.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 1000 000 Menschen an einem plötzlichen Herztod - ohne gesundheitliche Vorzeichen. In 80 Prozent dieser Fälle führt eine Störung des normalen Herzrhythmus - das Herzkammerflimmern - zum Kreislaufstillstand. Damit das Herz seine normale Tätigkeit wieder aufnehmen kann, muss es „entflimmert“ werden. Dieses „Entflimmern“ wird als Defibrillation bezeichnet und geschieht durch gezielte Stromstöße eines Defibrillators. Diese Geräte können Laien ohne Vorkenntnisse im Notfall bedienen. Ein Ersatzgerät gibt es aktuell.

Von Andreas Voigt

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