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Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Affäre um die Rockkampagne der Üstra.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Affäre um die Rockkampagne der Üstra.© Dröse

Razzia

Üstra: Ermittlungen wegen Korruption

Die Üstra gerät in das Visier der Justiz: Es betrifft die Affäre um die Rockkampagne, bei der die Leiterin des Bereichs interne Kommunikation dafür ge­sorgt haben soll, dass der Auftrag an die Werbeagentur ihres Ehemannes geht.

Hannover. Schock für die Mitarbeiter in der derzeitigen Unternehmenszentrale der Üstra an der Georgstraße: Mittwochvormittag tauchten dort Staatsanwaltschaft und Polizei auf und forderten die Herausgabe von Unterlagen. Sie ermitteln wegen der Affäre um die Rockkampagne der Üstra.

Der Vorwurf: Die Leiterin des Bereichs interne Kommunikation des Unternehmens soll den Auftrag an die Werbeagentur ihres eigenen Mannes vergeben haben, ohne dass eine vorschriftsgemäße Ausschreibung stattgefunden habe. „Das Verfahren richtet sich gegen eine Mitarbeiterin der Üstra und gegen einen Mitarbeiter der Werbeagentur“, bestätigte Kathrin Söfker, Sprecherin der Staatsanwaltschaft – also gegen das Ehepaar. Auch in der Werbeagentur seien Unterlagen beschlagnahmt worden.

Ob die Üstra-Mitarbeiterin auch stille Teilhaberin der Werbeagentur sei, wie berichtet wurde, wollte Söfker „nicht bestätigen“. Eingeleitet worden seien die Ermittlungen von der Zentralen Stelle für Korruptionsstraftaten, wegen „wettbewerbsbeschränkender Absprachen bei Ausschreibungen“ und wegen des „Verdachts der Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung“. Anlass da­für sei die Berichterstattung in den Medien gewesen, so Söfker.

Die Üstra wollte sich am Mittwoch nicht zu den Vorwürfen äußern, betonte aber, dass nicht gegen den Vorstand und das Unternehmen selbst ermittelt werde. Ob die Leiterin des Bereichs interne Kommunikation trotz Ermittlungen weiter ihr Amt ausüben darf, dazu machte die Üstra am Mittwoch keine Angaben. „Zu unseren Mitarbeitern äußern wir uns nicht“, sagte Sprecher Udo Iwannek.

Verkehrsdezernent und Aufsichtsratschef Ulf-Birger Franz erfuhr am Mittwochnachmittag erst durch die NP von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Die Unternehmensspitze der Üstra hatte ihn noch nicht informiert. Auch er wollte sich Mittwoch noch nicht zu den Vorfällen äußern. Insider gehen davon aus, dass der Aufsichtsrat am 8. Dezember die Zusammenarbeit mit dem Üstra-Vorstand beenden wird.

Von Christian Bohnenkamp


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