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Meine Stadt U-Bahn-Jubiläum: Hannover seit 40 Jahren unterirdisch
Hannover Meine Stadt U-Bahn-Jubiläum: Hannover seit 40 Jahren unterirdisch
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00:17 28.09.2015
U-Bahn-Bau Marktstraße Ecke Karmarschstraße im Jahr 1968.
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Hannover

Es war ein Mammutprojekt. Eines, das Hannover ein komplett neues Gesicht verpasst hat. Vor gut 50 Jahren, am 16. November 1965, gab der damalige Oberbürgermeister August Holweg das Kommando „Ramme los!“, mit dem der Bau von Hannovers U-Bahn-Netz begann. Zehn Jahre später, am 26. September 1975, war es OB-Nachfolger Herbert Schmalstieg, der den fertigen A-Tunnel an den damaligen Üstra-Chef Wilhelm Pällmann übergab.

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Anfang 70er Jahre: Blick in die Georgstrasse Richtung Aegi. Links das Cafe Kröpcke, dahinter das Opernhaus. Vor dem Opernhaus ist ein Behelfsbau errichtet für die Geschäfte aus dem Contiblock (rechts im Bild), der für den Bau der U-Bahn und des Kröpcke-Centers abgerissen wird.

Die Jubiläumsfahrt, die nun genau 40 Jahre her ist, wird am Wochenende mit einem abwechslungsreichen Programm gefeiert. Wenn auch nicht so pompös wie bei der Eröffnung. „So ein Tag so wunderschön wie heute“ spielte damals das Feuerwehr-Musikkorps, rund 1000 Ehrengäste waren gekommen. In vier Doppelzügen ging es vom Hauptbahnhof zum Kröpcke und weiter bis zur Markthalle. Einige Ehrengäste fuhren sogar noch bis zur Station Waterloo, obwohl das im Programm gar nicht vorgesehen war. So viel Spaß machte ihnen offenbar das U-Bahn-Fahren.

Unterirdisch zügig durch die Innenstadt: Was heute selbstverständlich ist, erforderte eine gewaltige Kraftanstrengung. Fast wäre das Projekt sogar gescheitert. Nach einem Jahr Bauzeit stellte die Stadt 1966 die Arbeiten vorübergehend ein - aus Geldmangel. „Die Große Koalition in Bonn hat dann jedoch durch eine Gesetzesänderung wieder ausreichende finanzielle Möglichkeiten geschaffen“, erinnert sich Klaus Scheelhaase, von 1967 bis 1994 Leiter des städtischen U-Bahn-Bauamtes. Weil auch das Land mitgezogen habe, seien am Ende nur Kosten von rund zehn Prozent bei der Stadt hängen geblieben. Den städtischen Haushalt hätte das gewaltige Vorhaben sonst wohl auch komplett gesprengt. Allein zwischen 1965 und 2004 flossen 1,1 Milliarden Euro in den hannoverschen Stadtbahnbau.

Aus Sicht von Scheelhaase haben sich die Anstrengungen jedoch gelohnt: „Damals kamen alle Straßenbahnlinien oberirdisch am Kröpcke zusammen, dazu noch die Autos. Heute kann man dort bequem durch die Fußgängerzone schlendern.“

Für den Bauhistoriker Sid Auffarth begann mit dem Bau der U-Bahn in Hannover zugleich „eine neue Phase der Stadtentwicklung“. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg war abgeschlossen. Nun entstanden prägende Bauten wie das Kröpcke-Center oder das Ihme-Zentrum. Die Verlegung der Bahn unter die Erde schaffte Platz für den rasant zunehmenden Autoverkehr. „Gerade der Pendlerverkehr ist damals enorm angewachsen. Der U-Bahn-Bau sollte deshalb die Innenstadt entlasten“, erklärt Auffarth.

Für viele Bürger brachte das Riesenprojekt zunächst allerdings vor allem Belastungen. „Im Bereich der Baustellen sind immer wieder Geschäfte pleitegegangen, die bis dahin gut liefen“, erinnert sich Auffarth. Auch Scheelhaase räumt ein, dass Händler mit Umsatzeinbußen zu kämpfen hatten. „Wir haben ihnen aber Möglichkeiten gegeben, über die Runden zu kommen, zum Beispiel über Kredite, die vermittelt wurden“, sagt er. Für Scheelhaase ist der Bau von Hannovers U-Bahn eine Erfolgsgeschichte - bis auf eine Ausnahme. Noch heute ärgert er sich darüber, dass die D-Linie nicht unterirdisch weitergebaut wurde: „Mit allen Linien kommt man bequem in die Innenstadt. Nur Linden und Limmer haben noch denselben schlechten ÖPNV-Anschluss wie 1965.“

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