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Weltkulturerbe

Typisch Linden: Stadtteil will auf die Unesco-Liste

An Selbstbewusstsein mangelt es in Linden bekanntlich nicht – was mit den Herrenhäuser Gärten nicht geklappt hat, soll dort funktionieren. Der Bezirksrat hat die Stadt mit großer Mehrheit aufgefordert, die „erforderlichen Schritte einzuleiten, damit Linden im Jahr 2018 das Prädikat Unesco-Weltkulturerbe erhalten kann.

Hannover. Im Falle der Herrenhäuser Gärten hatte sich die Stadt von der Idee einer Bewerbung verabschiedet, weil die Chancen dafür zu schlecht standen. Zum einen, weil es an Originalstätten mangelt und zu viel umgebaut wurde, zum anderen, weil es in Deutschland bereits ähnliche Anlagen gibt, die ins Weltkulturerbe aufgenommen wurden.

Für Linden sieht Dirk Machentanz, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bezirksrat, deutlich bessere Chancen. Vor allem wegen des Anfang der 1960er Jahre gebauten Freizeitheims, das damals in der Bundesrepublik das erste seiner Art gewesen sei. „Ein solches Freizeitheim und auch so ein typisches Arbeiterviertel gibt es auf der Unesco-Liste noch nicht“, sagt Machentanz, der den Antrag im Bezirksrat eingebracht hat.

Die Idee dahinter: Linden soll so bleiben, wie es ist. Für das Weltkulturerbe soll ein Kerngebiet festgelegt werden, das erhalten bleiben muss. Laut Machentanz auch ein Mittel gegen Gentrifizierung und zum Schutz des Freizeitheims. „Im Grunde Quatsch“ sei die Idee der Linken, sagt Eike Geffers, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bezirksrat. Dafür gestimmt hat er trotzdem: „Wir haben vor ein paar Jahren auch mal Linden als atomwaffenfreie Zone deklariert. Das hat ja auch funktioniert.“


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