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"Tourismus"

Tui kassiert zu viel Stornogebühren

Touristik-Konzern verliert vor dem Amtsgericht Hannover nicht zum ersten Mal einen Prozess wegen zu hoher Stornogebühren. Eine Konzernsprecherin stellt das Ganze als einen Fehler der Justiz dar.

Hannover. Für Heidrun und Walter Eggers (Name geändert) sollte der Ibiza-Urlaub im „Club Magic Life Cala Pada“ Entspannung und Erholung bringen. Doch ein Unfall von Heidrun Eggers machte den Urlaubsplänen des Ehepaares einen Strich durch die Rechnung. Etwa sieben Wochen vor Reisebeginn wurde der Urlaub storniert. Die Tui Deutschland GmbH schickte am 30. März 2015 eine Rechnung in Höhe von 643 Euro, das sind 25 Prozent der Reisekosten.

Das Ehepaar zahlte zwar, aber als es sich kundig gemacht hatte, forderte es das Geld zurück. Es kam zur Klage. Amtsrichterin Martina Vinson gab dem Ehepaar Recht. Tui Deutschland muss die volle Summe erstatten. Nach neuerer Rechtssprechung ist ein maximaler Stornosatz von 20 Prozent bei einem Rücktritt bis zu 30 Tage vor Reisebeginn bei Flugpauschalreisen zulässig. Für eine höheren Prozentsatz hätte die Tui ihren „Entschädigungsanspruch“ konkret benennen müssen. Das hat der Reiseveranstalter aber nicht getan, also muss er die komplette Stornosumme bezahlen.

Nach NP-Informationen hat die Tui Deutschland bereits zwei solcher Stornoklagen vor dem Amtsgericht Hannover verloren, aber trotzdem nichts an den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geändert. Tui-Sprecherin Anja Braun erklärt: „Hinsichtlich Stornogebühren gilt, dass der Reiseveranstalter die ihm durch eine Stornierung entstehenden Kosten zurückverlangen darf. Genau diese Linie verfolgt die Tui.“ Zurzeit befinde sich das Unternehmen in dieser Frage in einem Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Die Tui-Sprecherin stellt das Urteil der Amtsrichterin als ein Versehen dar. „Eine Aussage darüber, dass 20 Prozent des Reisepreises akzeptabel seien, höhere Beträge dagegen der Begründung bedürften, hat der BGH nicht mit Blick auf das Thema Stornogebühren gemacht, sondern vielmehr zur Höhe der Anzahlung auf den Reisepreis.“ Merkwürdig, denn in dem Urteil von Richterin Vinson wird die Stelle eines Kommentars zum Reiserecht zitiert. Die Richterin hat also die allgemeine Rechtssprechung angewandt. Im Urteil ist außerdem ausdrücklich die Rede von „Stornosatz“ und nicht von „Anzahlung“ die Rede.

Tatsache ist, dass alle Tui-Urlauber, die bis zum 30. Tag vor Reiseantritt den Urlaub stornieren, ihre Klage gewinnen; vorausgesetzt, sie zahlen mehr als 20 Prozent Stornogebühren. Aber spekuliert die Tui Deutschland darauf, dass die meisten Kunden eine Klage scheuen? Die NP-Anfrage zur Zahl der jährlichen Stornierungen und Klagen beantwortete Tui-Sprecherin Braun so: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir in diesem Detaillierungsgrad keine Auskunft geben können.“

Az.: 555 C 7856/15


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