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Meine Stadt Trauerfeier für Bernd Rosilius
Hannover Meine Stadt Trauerfeier für Bernd Rosilius
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17:31 18.04.2013
ABSCHIED: Hannover-Concerts-Chef Wolfgang Besemer hält für den verstorbenen Bernd Rosilius eine Rede. Quelle: Wilde
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Hannover

Schwere, zitternde Glockenschläge. Eine elektrische Gitarre. Die Becken rascheln, die Basstrommel pumpt. „I’m a rolling thunder, a pouring rain …!“ singt ein Sänger mit Werwolfsstimme. Man hört diesen Song gewiss nicht alle Tage in der großen Kapelle des Laher Stadtfriedhofs. Aber er passt zu dem, um den hier getrauert wird: „Hells Bells“ von AC/DC kommt für Bernd Rosilius, Hannovers Security-Mann, der den Rock’n’Roll gelebt hatte wie kaum einer in der Stadt. Der Song mit den höllischen Bezügen geht in Ordnung, weil man eben weiß, dass er „da oben“ ist, und nicht „da unten“. Später hört man noch „Ein Stern“, das gemeinsame Lied von Rosilius und seiner Ehefrau Sandra. Und zum Ausgang spielt der Organist dann Eric Claptons „Tears in Heaven“. Dreimal werden Tränen verdrückt, Halsklöße hinuntergeschluckt.

Später findet im Aegi das statt, was gemeinhin Leichenschmaus genannt wird. Man tauscht sich aus, erinnert sich gemeinsam, auch hier gibts rot geweinte Augen, versagen Stimmen. Rosilius, der Sicherheitsspezialist für Rockkonzerte war am vorvergangenen Dienstag nach drei Operationen an den Folgen eines Bauchschlagader-Aneurysmas gestorben. Die Familie ist im Aegi, viele Kollegen des Sicherheitsunternehmens ToSa, Freunde, Geschäftspartner, Bürgermeister Bernd Strauch, die Musiker Mousse T. und Ex-Fury-Gitarrist Christof Stein-Schneider. Alle sind betroffen, jeder hat Geschichten die ihn mit dem runden Mann verbinden, der alles geregelt hat, wenn es „live“ auf Hannovers Bühnen hoch herging.

Hannover-Concerts-Chef Wolfgang Besemer hält die Ansprache. „Bernd war eine Bank, ein Fels in der Brandung“, sagt er, man habe viele Schlachten gemeinsam bestanden. Nicht immer sei man einer Meinung gewesen, ja man habe sogar heftig miteinander streiten können, immer aber sei es um die Sache gegangen, nie persönlich geworden. „Fröhlich“, „verbindlich“, „immer hilfsbereit“, „konsequent professionell“ sind die Worte, die Besemer für seinen Sicherheitsberater findet. Er erinnert an das gemeinsame Bratwurst-Ritual nach vollzogenem Einlass, konstatiert „eine ganz große Lücke, eine, die schwer vielleicht nie zu schließen sein wird.“ Und neben ihm schaut der Betrauerte von einem großen Porträtfoto, sein Gesichtsausdruck von ernst zu belustigt wechselnd – so wie ihn jeder kannte.

Ein glücklicher Vater seiner Töchter Fabienne (4) und Jolina (1) sei Rosilius auch gewesen. Der Witwe wünscht Besemer Kraft: „Wir stehen an deiner Seite. Du hast hier viele Freunde. Du wirst Unterstützung bekommen – auch über diese Trauerfeier hinaus.“
Und wer Besemer kennt, sein Netzwerk, seinen Ideenreichtum und seine Beharrlichkeit, der weiß, dass er sich auf solche Worte verlassen kann.

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