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Wurde 98 Jahre alt: Fritz Sennheiser© dpa

Wedemark

Trauer um Fritz Sennheiser

Er galt als einer der Väter der Kopfhörer, der Mikrofone und des guten Klanges. Fritz Sennheiser, Gründer des Mikrofon- und Kopfhörerherstellers Sennheiser Electronics, ist tot.

Wie das Unternehmen in der Wedemark bei Hannover mitteilte, starb der 98-Jährige am Montagabend nur wenige Tage nach seinem Geburtstag. „Seine kreative Neugier, gepaart mit Bescheidenheit, Disziplin und Großzügigkeit im Umgang mit Menschen, wird allen ein Vorbild bleiben“, hieß es bei der inzwischen weltweit agierenden Firma.

Fritz Sennheiser hatte sein Unternehmen im Sommer 1945 gegründet - mit sieben Mitarbeitern startete er damals in einem ehemaligen Universitätslabor. Doch einfach sei es in dieser Zeit nicht gewesen, erzählte Sennheiser einmal. Das Gebäude wurde kurze Zeit danach von einer englischen Nachrichtentruppe besetzt und der Jungunternehmer musste alle Schlüssel aushändigen. Als die Truppe später abgelöst werden sollte, wurde ein Schild an der Tür angebracht, das das Betreten der Räume unter Todesstrafe stellte.

„Wir sahen uns das eine Zeitlang an und fragten uns dann, wie ernst das wohl mit der Todesstrafe gemeint sei“, sagte Sennheiser. Daraufhin entfernte er kurzerhand das Plakat, suchte nach dem Zweitschlüssel und ging mit seinen Mitarbeitern einfach in die neuen Geschäftsräume hinein. Die Geschichte des Unternehmens konnte beginnen - und der Erfolg kam schnell. Bereits Ende der 50er Jahre lag der Umsatz der jungen Firma bei stolzen 9,9 Millionen Mark, in den 70er Jahren erzielten sie bereits 40 Prozent des Umsatzes im Ausland.

Inzwischen sind aus den anfänglich sieben Mitarbeitern von Sennheiser Electronics weltweit 2117 geworden. 2008 erzielte die Firma mit der Herstellung von Mikrofonen, Kopfhörern, Monitorsystemen und Headsets einen Umsatz von rund 386 Millionen Euro. Sie liefert heute die Technik für Popstars auf Welttournee, für TV-Übertragungen von Wahlen oder Sportereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft.

Fritz Sennheiser hat die Firma in all diesen Jahren stark geprägt: 37 Jahre lang stand er an der Spitze des Unternehmens mit Sitz in der Wedemark bei Hannover. Im Jahr 1982 gab er schließlich die aktive Leitung an seinen Sohn Jörg Sennheiser ab. Eine seiner Grundlinien blieb allerdings bis heute erhalten: In dem Unternehmen steckt kein Cent fremdes Kapital. Die Investitionen - selbst Millionensummen für Werkshallen und neue Technik - werden mit eigenem Geld finanziert.

Der Erfinder blieb seiner Firma bis zuletzt verbunden, hieß es bei dem Elektrounternehmen. Er habe stets regen Anteil am Geschehen genommen und besuchte die Firma auch während seines Ruhestandes regelmäßig. „Ich muss zugeben, dass ich gern noch länger weitergemacht hätte“, sagte er einmal. „Es hat mir einfach Spaß gemacht hat.“ dpa


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