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Meine Stadt Totes Kind im Freibad Arnum: Prozess läuft weiter
Hannover Meine Stadt Totes Kind im Freibad Arnum: Prozess läuft weiter
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17:29 16.05.2018
Im Fokus: Im Freibad Arnum kam es vor zwei Jahren zu dem tragischen Tod einer Zweijährigen. Sie fiel in einen Revisionsschacht. Quelle: Zimmer/Archiv
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Hannover

Länger als ursprünglich veranschlagt, widmet sich das Amtsgericht dem Prozess um den Tod eines zweijährigen Mädchens im Freibad Arnum vor zwei Jahren. Zu einem Urteil kam es am Mittwoch noch nicht.

Fahrlässige Tötung wird dem Geschäftsführer des Bades, Jürgen G., vorgeworfen. Vor Gericht geht man der Frage nach, ob G. einen Revisionsschacht, in den Sophia im Juli 2016 fiel und ertrank, nicht richtig gesichert hatte.

Auch ein Experte sagte vor Gericht aus

Dazu wurde am Mittwoch ein Sachverständiger für Schwimmbadtechnik gehört. Laut aktueller DIN-Vorschrift müssten solche Schachtdeckel mit einem Werkzeug verriegelbar sein, über das nicht jeder Mensch verfügt – „etwa einen Innensechskant“, so der Experte. Dies sei bei dem alten, etwa 25 Kilo schweren Deckel am Arnumer Bad nicht der Fall gewesen. Eine regelhafte Kontrolle nach Sicherheitsaspekten – wie etwa in Kindergärten –  sei in Freibädern nicht aber üblich. Lediglich die Wasserqualität werde regelmäßig durch das Gesundheitsamt überprüft.

Nur wenige Minuten soll die Mutter Sophia aus den Augen gelassen haben

Wie konnte die zweijährige Sophia in den Schacht fallen? Die genauen Umstände ihres Todes blieben auch am dritten Verhandlungstag noch unklar. Ein Ehepaar sagte aus, den Deckel unmittelbar vor den Geschehnissen verschlossen gesehen zu haben. Das bestärkt die Aussage des angeklagten Geschäftsführers, der auch morgens vor der Öffnung des Freibades den Deckel verschlossen gesehen haben will. Erst bei der späteren Suche nach dem Kind hat ein Bademeister den 25-Kilo-Deckel etwa einen 15 Zentimeter breiten Spalt offen gesehen – das hatte der Mitarbeiter bereits am ersten Verhandlungstag bezeugt.

Ein Urteil wird voraussichtlich am 31. Mai kommen

Nur wenige Minuten soll die Mutter Sophia aus den Augen gelassen haben. In diesen Augenblicken verschwand die Zweijährige hinter einem Strandkorb in der Nähe des Revisionsschachts. Eine Bekannte der Mutter hatte dies am zweiten Verhandlungstag ausgesagt. Als sehr wachsam wurde die Mutter von der Zeugin damals beschrieben. Die Angaben einer Bademeisterin, ließen daran gestern Zweifel aufkommen. Zehn bis fünfzehn Minuten soll die Zweijährige kurz zuvor unbeaufsichtigt am Beckenrand gespielt haben, zitierte eine Polizistin aus der Vernehmung der Bademeisterin, die derzeit in Bulgarien lebt. Das Unglück ereignete sich allerdings erst danach –  als die Mutter und Tochter wieder zurück zu den Strandkörben gegangen waren.

Welches Gewicht die Richterin den vielen und teilweise widersprüchlichen Aussagen beimisst, wird sich bei der Urteilsverkündung zeigen – voraussichtlich am 31. Mai.

Von Simon Polreich

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