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Meine Stadt Toter Somalier: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung
Hannover Meine Stadt Toter Somalier: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung
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14:08 15.03.2019
Quelle: KRANK IM GEFÄNGNIS: Ein in der JVA Sehnde inhaftierter Somalier starb während seiner Haftzeit an Tuberkulose.
HANNOVER

Im Fall des im Januar verstorbenen Somaliers ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der 35 Jährige saß in der JVA Sehnde ein und war an Tuberkulose (TBC) erkrankt. Wie Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Freitag auf Anfrage mitteilte, richten sich die Ermittlungen gegen Verantwortliche der JVA Hannover. Denn dort saß der Somalier seit Mai 2018 ein.

Versäumnisse bei den behandelnden JVA-Ärzten?

Es sei zu klären, so Thomas Klinge, ob es bei der obligatorischen Häftlings-Eingangsuntersuchung in Hannover und bei der weiteren ärztlichen Betreuung in der Haft Versäumnisse gegeben habe. Denn laut dem vorläufigen Obduktionsbericht war der Mann schon bei Inhaftierung an TBC erkrankt gewesen. „Wir gehen der Frage nach, ob diese Erkrankung nicht hätte erkannt werden müssen“, so Klinge. Aktuell werde nicht gegen eine bestimmte Person ermittelt, am Ende werde es aber wohl der damals diensthabende Arzt sein. Man sei noch ganz am Anfang der Ermittlungen.

Der Somalier war laut Staatsanwaltschaft im September 2018 in die JVA Sehnde verlegt worden. Als sich sein Krankheitszustand verschlechterte, kam der Inhaftierte zunächst ins Lehrter Krankenhaus, danach dann in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), in der er Anfang des Jahres verstarb. Auch die MHH rückt nun in den Fokus der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen: Die Behörde will sich die letzte Behandlung des Somaliers genauer anschauen.

TBC ist ansteckend und führt zu blutigem Husten und Atemnot

Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit und befällt beim Menschen häufig die Lunge. TBC ist meldepflichtig, die Bakterien werden in der Regel durch das Einatmen von Infektionströpfchen von Mensch zu Mensch übertragen. Symptome sind Fieber, Müdigkeit, Nachtschweiß und Gewichtsverlust, im fortgeschrittenen Stadium auch blutiger Husten und Atemnot.

Von Andreas Voigt

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