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00:18 11.02.2018
Geständig: Özge C. (mit Anwalt Matthias Waldraff) legte ein vorbehaltloses Geständnis ab. Sie hatte am 7. Juli 2017 einen Radfahrer überfahren. Sie war durch ein Telefongespräch abgelenkt. Quelle: Foto: Körner
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Hinter Mütze, Sonnenbrille und Tuch verbirgt sich eine bildhübsche Frau. Von Schuldgefühlen überwältigt sprach Özge C. (25) nur wenig im Prozess. Meistens erstickten die Tränen ihre Stimme. „Mir fehlen die Worte. Es ist nicht zu entschuldigen“, schluchzte die Zahnarzthelferin. Am 7. Juli 2017 überfuhr sie in Langenhagen einen Radfahrer (67). Der Mann erlag zwei Tage später seinen Kopfverletzungen.

Dafür wurde die junge Frau zu einem Jahr und zwei Monaten Haft verurteilt. Da sie nicht vorbestraft ist, setzte Amtsrichterin Monika Pinski die Strafe zur Bewährung aus. Ferner muss die Angeklagte noch weitere zwölf Monate auf ihren Führerschein verzichten. Und eine Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro an die Johanniter-Unfallhilfe zahlen.

Der Sohn des Unfallopfers hatte eine Entschädigung von der Angeklagten abgelehnt. „Wir können uns nichts vorstellen, was das Eis zum Schmelzen bringen kann“, ließ er seine Anwältin sagen.

Özge C. wurde am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung verurteilt. Im Juli 2017 fuhr sie mit ihrem schwarzen Mercedes gegen 6.50 Uhr wie jeden Tag zur Arbeit. Auf der Godshorner Straße telefonierte sie mit Freisprechanlage mit ihrem Freund – elf Minuten lang. Das Paar wollte sich trennen. In dem hochemotionalen Gesprächsverlauf merkte sie nicht, dass die Fußgänger-Ampel in der Bothfelder Straße schon etwa fünf Sekunden auf Grün stand. Der 67-Jährige passierte den Überweg, während die Angeklagte mit 50 bis 60 Stundenkilometern über die Walsroder Straße fuhr. Ihre Ampel zeigte längst rot. Anschließend versuchte sie das Gespräch zu löschen.

„Es steht mir nicht zu, Sie um Vergebung zu bitten“, sagte die Angeklagte unter Tränen zum Sohn des Opfers.Doch der Mann wollte nichts davon wissen. Er bezeichnete das Angebot der Angeklagten, an eine Kirchengemeinde zu spenden, als „räudiges Angebot, um sich rauszuwinden“.

Anwalt Matthias Waldraff hatte für seine Mandantin ein vorbehaltloses Geständnis abgelegt. Richterin Pinski lobte das im Urteil. „Man hätte die Vorwürfe auch bestreiten können, so dass am Ende ein Freispruch hätte herauskommen können.“ Ungewöhnlich: Im Urteil sprach sie den Sohn, der als Nebenkläger auftrat, direkt an: „Ich kann Sie bestens verstehen. Aber wenn man völlig verhärtet ist, wird der Schmerz nie wirklich vergehen können.“ Das Urteil ist rechtskräftig.

Von thomas nagel

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