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Alexander E. erstritt sich über seinen Anwalt eine Revision
Prozess

Todesfahrer wieder vor Gericht

Alexander E. (23) hat den Tod von drei Freunden zu verantworten. Darunter war 96-Talent Niklas Feierabend. Doch mit einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung konnte E. wohl nicht leben. Sein Anwalt legte Revision gegen die Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe ein. Und hatte Erfolg. Nun beginnt der Alptraum von vorne.

hannover. Dieser Unfall hat die ganze Region Hannover bewegt. Am 1. Mai 2016 starben drei junge Menschen auf der K 226 bei Hiddestorf (Hemmingen). Der Unfall geschah um 5.45 Uhr. Anfangs waren sieben junge Leute im Auto. Zwei verließen vor dem Unfall das Auto. Unter den Toten war das große 96-Talent Niklas Feierabend, der mit Freunden seinen 19. Geburtstag gefeiert hatte.

Der Todesfahrer Alexander E. (23) wurde am 9. Februar 2017 im Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er muss je 1500 Euro Schmerzensgeld an die Eltern seiner verstorbenen Freunde zahlen. Im Urteil wurde auch noch ein weiteres Fahrverbot von 15 Monaten verhängt.

Sein Anwalt, Manfred Koch, ging in die Revision. Das Oberlandesgericht (OLG) hat jetzt entschieden, dass der Fall noch mal verhandelt werden muss. Dem OLG sei im Urteil nicht ausführlich genug ausgeführt worden, ob nicht Alkohol, sondern ein Fahrfehler verantwortlich für den Unfall gewesen sein könnte, sagt Jens Buck, Sprecher des Amtsgerichts. Insofern hätte ein „unabwendbares Ereignis“ vorgelegen und keine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung erfolgen dürfen. „Ein Termin für den neuen Prozess ist noch nicht bekannt“, sagt Buck. Eine sehr erfahrene Richterin werde den Fall nun verhandeln.

Alexander E. (22) hatte während des Unfalls mindestens 1,12 Promille Alkohol im Blut. Damit war er absolut fahruntüchtig. Ein Sachverständiger hatte gesagt, dass der Wagen nach rechts von der Fahrbahn gekommen sei. Der Fahrer habe dann zu stark gegengelenkt. Der Wagen kam ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Das zu starke Gegenlenken passiere auch nüchternen Fahrern.

Anwalt Koch sprach im Prozess von einem eventuellen Wildwechsel, auf den sein Mandant hätte reagieren müssen. Insofern sei der Zusammenhang zwischen Alkohol und Unfall nicht erwiesen. Das OLG folgte bei der Revision der Argumentation. Ein Freispruch ist für den Angeklagten nicht drin. Es bleibt die Trunkenheitsfahrt.

Von Thomas Nagel


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