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Meine Stadt Timbertower-Investor kritisiert Behörden in Hannover
Hannover Meine Stadt Timbertower-Investor kritisiert Behörden in Hannover
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00:15 23.12.2012
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Hannover

Umweltminister Peter Altmaier trug anlässlich der Einweihung des größten Holzturm-Windrads der Welt dick auf: Als er gestern nach der Ankunft „noch zu halb nachtschlafender Zeit“ den Timbertower in Hannover-Marienwerder „das erste Mal in seiner vollen Schönheit“ gesehen habe, habe er gedacht: „Niedersachsen ist mal wieder spitze!“

Vielleicht lag es auch daran, dass Ministerpräsident David McAllister dabei war. Für ihn war der offizielle Windrad-am-Stromnetz-Start „ein guter Tag für die Energieforschung in Niedersachsen“. Das Timbertower-Konzept sei „wegweisend, ökonomisch und ökologisch sinnvoll“, ein „echtes Leuchtturmprojekt, das gleichermaßen für Innovation, Nachhaltigkeit und Klimaschutz“ stehe.

Holger Giebel ist Timbertower-Geschäftsführer vor Ort – und „froh, dass wir endlich fertig geworden sind.“ Gut fünf Jahre Arbeit und rund 5,5 Millionen Euro stecken in dem Windrad. Anders als sein Gesellschafter Kohl nimmt er die Erschwernisse der Bürokratie gelassener: „Dafür, dass hohes Gewicht auf Sicherheit gelegt wurde und es nicht ganz so schnell ging, habe ich ein gewisses Verständnis. Allerdings waren viele Entscheidungen für uns nicht nachvollziehbar.“Kohl hingegen schimpfte im Gespräch mit der NP: "Wir haben hier die unangenehmsten Erfahrungen mit Behörden und mit unnötig auferlegten Gutachten gemacht. Wenn ein Gutachter Fragen stellt, die längst beantwortet sind, dann ist an dem System etwas nicht in Ordnung. Das gibt es nur in Deutschland."

Die Firma werde aber in Hannover bleiben, „planen, entwickeln und das Unternehmen nach vorn bringen“, so Giebel. Das kommunale Wirtschaftsförderprojekt Hannoverimpuls hat Timbertower von Anfang an begleitet, beraten, gefördert und war bis zur Übernahme durch Kohl auch beteiligt. „Wir haben die praktisch großgezogen“, sagt Geschäftsführer Ralf Meyer. Er sieht nicht, dass Gründern von Behörden generell Steine in den Weg gelegt würden, „schon gar nicht mit Absicht“. Allerdings hätten „solche Pilotprojekte in Deutschland schon Höhen zu überwinden. Ich möchte aber mal den Aufschrei hören, wenn Behörden so ein Windrad genehmigen, das dann umkippt und auf der Autobahn liegt …“. Klar hätten andere Länder weniger Regulierung, doch „die Nachteile erleben wir dann immer im Fernsehen“ – Deutschland habe nun mal ein gewisses Sicherheitsbedürfnis. Die Wahrheit läge wohl „irgendwo in der Mitte“. Obwohl er beim Timbertower-Verfahren „schon auch mal die Stirn gerunzelt“ habe. rahü

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