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Meine Stadt Tiefer Sturz eines Handwerkers
Hannover Meine Stadt Tiefer Sturz eines Handwerkers
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18:45 06.11.2017
   Quelle: HAZ NP
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 Manchmal ist es ein kleiner Schritt, der das ganze Leben verändert. So war das bei Tim Schröder (34, Name geändert) am 16. Juni 2016. Der Handwerker sollte im Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) im Stadtfelddamm 34 Estrich verlegen. Das Gebäude war vom Generalunternehmer bereits an das Land übergeben.

Tim Schröder ging in das Gebäude. Er sah einen türgroßen Durchbruch in der Wand, der mit schwarzer Folie verkleidet war. Es war sehr dunkel in den Räumlichkeiten. Als die Folie bei Seite geräumt war, machte der erfahrene Handwerk einen Schritt in den dunklen, fensterlosen Raum. Er stürzte 2,50 Meter tief und fiel auf Kopf, Hände und Knie.

Gestern forderte er vom Land 15 000 Euro Schmerzensgeld. Doch dabei dürfte es nicht bleiben. Derzeit ist der Mann erwerbsunfähig. Bleibt es dabei, müsste das Land auch für die Folgekosten (Rente, Krankenbehandlung) aufkommen. „Ich habe mir beide Handgelenke gebrochen, ich habe Probleme mit den Knie.“ Und einen ständigen Tinnitus verbunden mit Schlafproblemen. Der Mann fürchtet um seine Existenz. Als Handwerker könne er nicht mehr arbeiten, sagte er im Landgericht.

Sein Anwalt, Christopher Reichelt, sagt: „Es liegt ein klarer Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht vor.“ Denn es gab keinen Hinweis auf die gefährliche Stelle. Weder ein Schild noch eine Sperre warnten den Handwerker. Und es hätte noch schlimmer kommen können: „Mein Kollege wäre beinahe mitabgestürzt“, sagt Tim Schröder. Aus Sicht des Landes Niedersachsen hat der Kläger seinen Unfall mitverschuldet.

Richterin Andrea Dencks fragte am Montag den Kläger: „Warum haben Sie diesen Schritt gemacht?“ Diese Frage dürfte sich der Handwerker schon 1000 Mal gestellt haben. Seine Antwort: „Das weiß ich nicht.“

 Urteil 1. Dezember

Von thomas nagel

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