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Meine Stadt Tiefe Trauer nach Familientragödie von Bad Nenndorf
Hannover Meine Stadt Tiefe Trauer nach Familientragödie von Bad Nenndorf
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10:44 06.04.2010
Fassungslos: Christian Kurz und seine Schwester Lisa zünden am Straßenrand Grablichter an und haben Blumen niedergelegt. Hier starben Karfreitag ihre beiden Schwestern sowie ein Neffe. Quelle: Schaarschmidt
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Von Britta Lüers

Bad Nenndorf. Drei Tage sind vergangen. Drei Tage, an denen die Gedanken von Christian Kurz (22) sich nur um eins drehten: Warum mussten sie sterben?

Die Tragödie, die eine halbe Familie auslöschte und die Hinterbliebenen in tiefe Trauer, Wut und Verzweiflung stürzte, passierte am Karfreitag auf der B 442 bei Bad Nenndorf: Ali A., der 29-jährige Schwager von Christian Kurz, saß am Steuer des 5er BMW. Mit seiner Frau Catharina (24), Schwägerin Anna (16) und den Kindern Mariam (3) und Hussein (1) war er auf dem Weg zu seiner Schwester. „Danach wollten sie noch ins Rastiland fahren“, so Kurz. Tochter Alicia (6) war zu Hause geblieben.

Sie seien alle gut gelaunt gewesen. Kurz: „Bevor sie losfuhren, habe ich noch mit meiner Schwester Catharina telefoniert. Dass es das letzte Mal sein würde, ahnte ich nicht. Alles war doch gut.“ Anderthalb Kilometer hinter ihrem Wohnort endete der Osterausflug in einer Katastrophe – die beiden Frauen und der kleine Hussein sterben. Erst am Abend, so Kurz, habe er von der Tragödie erfahren: „Ich brach zusammen, fiel meinem Schwager in die Arme.“

Bei einem schwerem Unfall sind eine junge Mutter, ihr kleiner Sohn und ihre Schwester am Karfreitag in den Trümmern eines Autos bei Bad Nenndorf ums Leben gekommen. Der Unfallverursacher wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Noch weiß die Polizei nicht genau, wie es zu dem Unfall kam. Zeugen berichteten von einem Cabriofahrer, der das Familienauto geschnitten habe und geflüchtet sein soll. Der 63-jährige Fahrer wurde am Abend ermittelt und vernommen. Der Senior, heißt es, schweige zu den Vorwürfen. Noch sieht ihn die Polizei nicht als Verdächtigen. Eine Sprecherin: „Ob sein Überholmanöver den Unfall verursacht hat, muss ermittelt werden.“

Das Problem: Familienvater Ali A. kann sich an nichts erinnern. Sein Schwager sei verwirrt, er stehe vor den Trümmern seines Lebens, so Christian Kurz: „Er weiß nur noch, dass er seinen toten Sohn getragen hat.“ Bei diesen Worten bricht Kurz in Tränen aus, schluchzt: „Es muss doch einen Schuldigen geben.“ Wie es weitergehen soll – er weiß es nicht: „Unsere Familie ist in tiefer Trauer. Für meine Mutter ist es besonders schwer. Es ist, als wäre die Zeit stehen geblieben. Alles ist plötzlich egal, weil meine Schwestern so sehr fehlen …“

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