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PROTEST: Thomson-Mitarbeiter nach der Belegschaftsversammlung gestern Morgen.

PROTEST: Thomson-Mitarbeiter nach der Belegschaftsversammlung gestern Morgen.

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Wirtschaft

Thomson ist bald Geschichte

In der Thomson-Niederlassung am Weidetor geht bald das Licht aus. Der Konzern Technicolor, zu dem der Telefunken-Nachfolger gehört, will den operativen Bereich des Betriebes in Hannover schließen.

Hannover. „Wir haben gehört, dass schon am 29. Februar Schluss sein soll“, sagt Sascha Dudzik, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Hannover.

Für die 90 Mitarbeiter, aber auch für Bettina Ehlers, Generalbevollmächtigte der Deutschen Thomson OHG, kommt der in Frankreich getroffene Plan völlig überraschend. Erst Mitte Dezember wurde am Weidetor die Leuchtreklame Thomson durch Technicolor ersetzt. Das ist seit 2010 Thomsons neuer Name.

Wenige Tage später erfuhr Ehlers, dass „wegen Gewinneinbußen“ das Aus besiegelt ist. Der Rechtsnachfolger von Telefunken, Saba und Nordmende beschäftigt 110 Arbeitnehmer in Deutschland, davon 90 am Standort in Hannover, weitere 20 in München und Aachen. Außerdem werden zurzeit noch 5500 Betriebsrentner von Hannover aus betreut. „1000 weitere kommen mittelfristig dazu“, so Dudzik.

Noch haben alle Betroffenen nur vage Informationen. Die hannoversche Belegschaft traf sich gestern Morgen zu einer Versammlung und marschierte dann ins Büro der Generalbevollmächtigten. Noch hat niemand eine Kündigung erhalten - noch kann sich niemand als arbeitssuchend registrieren lassen.

Die IG Metall bezweifelt, dass die Standortaufgabe schon Ende Februar möglich ist. „Arbeitsrechtlich und organisatorisch ist das unmöglich“, meint Dudzik. Er kündigte im Gespräch mit der NP an, man werde einen Rechtsanwalt einschalten. Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan müssten geführt und die Sache mit den Betriebsrenten geregelt werden.

Das Durchschnittsalter der hannoverschen Mitarbeiter liegt bei etwa 50 Jahren. Viele der Ingenieure und Patent-anwälte gehören dem Unternehmen seit mehr als 20 oder 30 Jahren an. Alle haben Sorge, ob sie wieder einen adäquaten Arbeitsplatz finden. Mit der Schließung sehen sie nicht nur die eigene berufliche Zukunft gefährdet, sondern das Erbe der einstigen Weltmarke Telefunken in Hannover endgültig beerdigt.


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