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Thomas Godoj war schon 2009 in Hannover - damals trat der DSDS-Sieger im Capitol auf.

Thomas Godoj war schon 2009 in Hannover - damals trat der DSDS-Sieger im Capitol auf.© Behrens

Interview

Thomas Godoj: Befreit in Hannover

Thomas Godoj in Hannover: Im Musikzentrum stellt der 32-jährige Ex--DSDS-Superstar nächste Woche sein Album „Richtung G“ vor. Die Neue Presse sprach mit ihm.

Von Verena Koll

Und? Bammel?

Wovor?

Na ja, ‚Richtung G‘ ist Ihr zweites Album. Zweite Alben sind berüchtigt, vor allem für Musiker, die in Castingshows bekannt geworden sind – wie Sie als ‚Superstar‘-Sieger.

Das stimmt, ich weiß, wie schwierig es ist, da anzudocken, wo mein erstes Album nach DSDS gelandet ist.

Das hat sich so gut verkauft, dass Sie den Echo gewonnen haben, den wichtigsten Musikpreis der Republik.

Und da ich inzwischen nicht mehr so viel Präsenz in den Medien habe wie nach der Show, ist es jetzt natürlich schwieriger für mich. Jetzt heißt es eben, über Live-Konzerte die Fans bei der Stange zu halten und Neue zu gewinnen. Aber das war mir ja auch vor der DSDS-Show schon wichtig.

Ohne den ganzen Rummel um Sie – sind Sie da in ein Loch gefallen?

Nein, ich wusste ja, dass das kommen würde. Für die Öffentlichkeit sind immer nur die neuen Sieger interessant.

Ist es denn jetzt im Gegenteil eine Befreiung für Sie? Da inzwischen der Nachfolger Ihres Nachfolgers feststeht, können Sie sich wahrscheinlich wieder freier bewegen.

Das sehe ich nicht so sehr als Befreiung. Wohl aber kann ich jetzt die Musik machen, die ich machen möchte. Das war beim ersten Album nicht möglich, das musste alles so schnell gehen. Diesmal konnte ich die Songs selbst auswählen.

Und Sie haben beispielsweise mit ‚Winterkinder‘ ein aktuelles Thema besetzt: Kindesmissbrauch.

Wenngleich es nicht um den Missbrauch durch Geistliche geht, sondern um Kindesmissbrauch im Allgemeinen.

Warum das Thema?

Das ist immer aktuell – und nicht nur, was die Kirchen betrifft. 90 Prozent der Missbräuche finden in Familien und deren Umfeld statt, denke ich. Und das ist ein Thema, das schwierig ist, weil es oft noch tabu ist, darüber zu sprechen. Ich hoffe, der Song gibt den Betroffenen Kraft, sich dem Erlebten zu stellen, aufzuschreien, zu sagen: ‚Hey, mir ist das auch passiert.‘ Vielleicht holen sie sich professionelle Hilfe.

Ist es Ihnen wichtig, sich mit der Musik sozial einzusetzen?

Wenn sie helfen kann, ist das schön, ja.

Sie sind ja auch schon für Ihre Verdienste um die Deutsch-Polnische-Freundschaft geehrt worden.

Ja, von einer Zeitschrift, die in Deutschland für Polen erscheint. Das war skurril: Wir hatten ein Konzert in Essen, und dann haben die Veranstalter die Bühne plötzlich gestürmt und gemeint, ‚hier ist der Preis‘.

Wird es in Hannover auch Überraschungen im Musikzentrum geben?

In Hannover wird nicht die Bühne, dafür aber der Saal von den Fans gestürmt, hoffe ich!

Thomas Godoj: Richtung G, Columbia. Die Fans stürmen das Musikzentrum am 13. Mai wirklich: Ausverkauft.


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