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ARCHIV - ILLUSTRATION - Die Statue Justizia ist am 25.01.2011 im Amtsgericht in Hannover (Niedersachsen) zu sehen. Foto: Peter Steffen/dpa (zu dpa "Geplante Strafrechtsreform: Mord muss nicht lebenslang bedeuten" vom 29.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - ILLUSTRATION - Die Statue Justizia ist am 25.01.2011 im Amtsgericht in Hannover (Niedersachsen) zu sehen. Foto: Peter Steffen/dpa (zu dpa "Geplante Strafrechtsreform: Mord muss nicht lebenslang bedeuten" vom 29.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++© Peter Steffen

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Justiz

Therapeut muss Geldstrafe zahlen

Er ist der Justiz seit langem ein Dorn im Auge: der 68-Jährige Psychotherapeut aus Hannover. Jetzt akzeptierte er einen Strafbefehl. Er hatte Patienten auf Mallorca behandelt und die Therapie bei deutschen Krankenkassen versucht abzurechnen.

hannover. Fachlich sehr gut, kompetent, nett und freundlich: Im Internet loben die Patienten den Psychotherapeuten (68) über alle Maßen - Note 1,0 in einem Bewertungsportal. Doch aus Sicht der Justiz ist der Doktor alles andere als eine Zierde für seine Zunft. Denn ihm scheint das liebe Geld eher am Herzen zu liegen als das Wohl seiner Patienten.

Jetzt sollte der Psychotherapeut vor dem Amtsrichter erscheinen - doch kurz vor Beginn der Verhandlung zog er seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. „Es ging um Abrechnungsbetrug in drei Fällen“, so Gerichtssprecher Jens Buck. 2010 hatte der Arzt bei den Krankenkassen drei Behandlungen abgerechnet, obwohl er die Patienten auf Mallorca behandelt hatte. Schadenssumme: 2264 Euro. Dafür akzeptierte der Arzt jetzt eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro (60 Tagessätze).

Seit Jahren ist gegen den Mediziner auch ein Verfahren wegen bandenmäßigen Betrugs vor dem Landgericht Hildesheim anhängig. Er soll einem Ehepaar bewusst wahrheitswidrig Depressionen attestiert haben. Laut Anklage ist den Krankenkassen somit ein Schaden in Höhe von 522 000 Euro entstanden. Der Prozess war Anfang 2012 ge-platzt, weil ein Mitangeklagter wegen Krankheit immer wieder dem Prozess fernblieb. 2010 saß der 68-Jährige während der Ermittlungen vorübergehend in Untersuchungshaft. Sein Sündenregister ist lang. Seit 1998 registrieren die Krankenkassen Unregelmäßigkeiten bei dem Mediziner aus Hannover. So soll er bei Therapie-Sitzungen Patientinnen bedrängt haben. Von einer Patientin lieh er sich Geld und erfand immer neue Ausreden, es nicht zurückzahlen zu müssen. Vor dem Landgericht zahlte er in einem Vergleich 3000 Euro Schmerzensgeld. „Das habe ich gemacht, damit das langwierige Verfahren beendet wird“, sagte er. Der Doktor verwies darauf, dass er mit „schwer gestörten Patienten“ zu tun habe.

Bereits 2009 hatte der Berufsverband der Psychotherapeuten verlangt, dem Mann die Approbation zu entziehen.


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