Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Therapeut muss Geldstrafe zahlen
Hannover Meine Stadt Therapeut muss Geldstrafe zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:28 08.03.2017
ARCHIV - ILLUSTRATION - Die Statue Justizia ist am 25.01.2011 im Amtsgericht in Hannover (Niedersachsen) zu sehen. Foto: Peter Steffen/dpa (zu dpa "Geplante Strafrechtsreform: Mord muss nicht lebenslang bedeuten" vom 29.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Peter Steffen
hannover

Fachlich sehr gut, kompetent, nett und freundlich: Im Internet loben die Patienten den Psychotherapeuten (68) über alle Maßen - Note 1,0 in einem Bewertungsportal. Doch aus Sicht der Justiz ist der Doktor alles andere als eine Zierde für seine Zunft. Denn ihm scheint das liebe Geld eher am Herzen zu liegen als das Wohl seiner Patienten.

Jetzt sollte der Psychotherapeut vor dem Amtsrichter erscheinen - doch kurz vor Beginn der Verhandlung zog er seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. „Es ging um Abrechnungsbetrug in drei Fällen“, so Gerichtssprecher Jens Buck. 2010 hatte der Arzt bei den Krankenkassen drei Behandlungen abgerechnet, obwohl er die Patienten auf Mallorca behandelt hatte. Schadenssumme: 2264 Euro. Dafür akzeptierte der Arzt jetzt eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro (60 Tagessätze).

Seit Jahren ist gegen den Mediziner auch ein Verfahren wegen bandenmäßigen Betrugs vor dem Landgericht Hildesheim anhängig. Er soll einem Ehepaar bewusst wahrheitswidrig Depressionen attestiert haben. Laut Anklage ist den Krankenkassen somit ein Schaden in Höhe von 522 000 Euro entstanden. Der Prozess war Anfang 2012 ge-platzt, weil ein Mitangeklagter wegen Krankheit immer wieder dem Prozess fernblieb. 2010 saß der 68-Jährige während der Ermittlungen vorübergehend in Untersuchungshaft. Sein Sündenregister ist lang. Seit 1998 registrieren die Krankenkassen Unregelmäßigkeiten bei dem Mediziner aus Hannover. So soll er bei Therapie-Sitzungen Patientinnen bedrängt haben. Von einer Patientin lieh er sich Geld und erfand immer neue Ausreden, es nicht zurückzahlen zu müssen. Vor dem Landgericht zahlte er in einem Vergleich 3000 Euro Schmerzensgeld. „Das habe ich gemacht, damit das langwierige Verfahren beendet wird“, sagte er. Der Doktor verwies darauf, dass er mit „schwer gestörten Patienten“ zu tun habe.

Bereits 2009 hatte der Berufsverband der Psychotherapeuten verlangt, dem Mann die Approbation zu entziehen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Immer wenn Dennis A. getrunken hat, muss er Autofahren. Immer wieder wurde er mit Alkohol und Drogen im Straßenverkehr gefaßt. Jetzt reichte es Amtsrichterin Cornelia Ziche und verurteilte den Mann zu einer Haftstrafe

08.03.2017

Ein irrwitziger Überfall: Unter den Augen vieler Partygänger wird ein behinderter Mann überfallen und ausgeraubt. Der Täter wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Er hatte den Raub und das Würgen seines ungleichen Gegners gestanden.

11.03.2017

Es ging um 1,8 Milliarden Euro. So groß ist der Haushalt der Region Hannover 2017. SPD und CDU haben den Etat mit ihrer großen Mehrheit verabschiedet. Vorausgegangen war eine satirefähige Debatte.

08.03.2017