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Hannover Meine Stadt Teure Baustelle Marienburg
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00:16 16.07.2016
SCHÖNER AUSBLICK, TEURERSPASS: Die Instandhaltung der Marienburg kommt die Welfen immer teurer zu stehen. Quelle: Patrice Kunte
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Hannover

Sie ist ein Wahrzeichen der Region und Stammsitz der Welfen, dem ältesten Fürstenhaus Europas: das Schloss Marienburg. Seit 2004 ist Ernst August Erbprinz von Hannover (32) Schlossherr und Verwalter der Ländereien und diversen Firmengeflechte der Welfen. Doch nun ist die Marienburg in Gefahr.

Das bei Besuchern beliebte 130-Zimmer-Märchenschloss schreibt rote Zahlen. Und das trotz steigender Besucherzahlen. Inzwischen kommen jedes Jahr rund 200 000 Menschen zum Sitz der Welfen, noch vor wenigen Jahren waren es lediglich 40 000. Doch die Instandhaltung des Anwesens verschlingt Millionen.

Bislang finanziert Ernst August junior, der zwischen London und Hannover pendelt, diese „erheblichen Verluste“. Der NP sagte der Erbprinz gestern: „Der weitere Betrieb der Marienburg ist für mich angesichts der operativen Verluste im Betrieb von Schloss Marienburg sowie des erheblichen Sanierungsbedarfs eine zunehmende Last. Ich sehe es aber als meine Aufgabe an, das Schloss auch für künftige Generationen zu sichern.“ Fälschlicherweise verbänden viele Menschen „Schlösser mit großen Reichtümern, und da wir ja auch viele Besucher haben, vermuten die Leute, dass man hier viel Geld verdient. Das ist leider, leider nicht so.“ Und: „Jeder, der eine Immobilie hat, weiß, was es kostet, so etwas instand zu halten, und das ist hier im Falle von Schloss Marienburg gleich vielfach der Fall. Man rennt also immer den Sanierungen hinterher.“ So droht an der Südostseite des Schlosses der Hang abzurutschen, auf dem die Marienburg thront. Teile des Daches sind von einem Schwamm befallen.

„Solche Lasten kann eine Familie allein auf Dauer nicht tragen“, so der Adelige. Da werde Unterstützung benötigt. Aktuell verhandelt der Welfenprinz deshalb mit dem Land Niedersachsen. Das bestätigte gestern Regierungssprecherin Anke Pörksen. Zu den Inhalten der Gespräche sagte sie „kein Kommentar“.

Verlangt der reiche Prinz also Steuergelder zur Rettung der Marienburg? „Ernst August rennt nicht zum Vater Staat, um ihn anzupumpen“, heißt es aus dem Umfeld des Welfen. Nach NP-Informationen gibt es aber Pläne, die Marienburg in eine Stiftung einzubringen, an der auch Niedersachsen beteiligt ist. Allerdings soll es im Landtag bereits eine Opposition gegen jede Form der Subvention geben. Droht also die Schließung der Marienburg für Besucher, sollten die Gespräche scheitern? „Das ist derzeit kein Thema“, so Ernst August junior. Er wolle das Schloss vielmehr „weit über die Re-gions- und Landesgrenzen hinaus als strahlendes kulturhistorisches Erbe attraktiv und stetig weiterentwickeln. Das geht aber nur mit Unterstützung!“

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