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GEBLITZT: Vor einer Woche waren beim „Blitzmarathon“ an 321 Stellen Autofahrer kontrolliert worden. Solche Aktionen sind meist nur von kurzfristigem Erfolg und eher als Teil eines Gesamtkonzeptes sinnvoll.

GEBLITZT: Vor einer Woche waren beim „Blitzmarathon“ an 321 Stellen Autofahrer kontrolliert worden. Solche Aktionen sind meist nur von kurzfristigem Erfolg und eher als Teil eines Gesamtkonzeptes sinnvoll.© Rainer Droese

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Verkehr

Tempo 60 auf Hannovers Straßen?

Der Blitzermarathon der Polizei „ein Witz“, einige Straßen glatte Fehlplanungen - mit deutlicher Kritik hat sich Verkehrspsychologe Karl-Friedrich Voss in die Diskussion um die Sicherheit auf Hannovers Straßen eingeschaltet. Seine Empfehlung: Gebt Tempo 60 in der Stadt eine Chance.

Hannover. „Das würde einen Verkehrsfluss entstehen lassen“, sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes Niedergelassener Verkehrspsychologen. Im Gegensatz zum „Hin und Her“ zum Beispiel auf der Vahrenwalder Straße, wo erst 50, dann 70 Stundenkilometer erlaubt sind. „Lange gerade Straßen sind Fehlkonstruktionen für Innerortsstraßen“, so der Hannoveraner im NP-Interview. Wie auch die Karl-Wiechert-Allee: „Das ist fast eine Art Autobahn innerorts. Halb so breit würde auch reichen.“

Straßenbild und Tempolimit, so Voss, würden häufig „nicht harmonieren“. Anders ausgedrückt: Autofahrer müssen auch das Gefühl haben, dass Tempolimits einen Sinn ergeben - sonst werden sie zwangsläufig zu Rasern.

Zumindest teilweise gibt die rot-grüne Politik dem Experten recht, wenn auch nicht im Sinne der Schnellfahrer: „Es gibt in dieser Stadt einige Straßen, die einfach überdimensioniert sind“, sagt Thomas Hermann, Verkehrsexperte der SPD. Wo Straßen erneuert werden, solle auch über eine Verkleinerung nachgedacht werden. Die CDU ist dagegen, fordert bessere Ampelschaltungen - um Raserei überflüssig zu machen.

Die Strategie der Polizei, wie vor wenigen Tagen mit einem „Blitzmarathon“ auf Abschreckung zu setzen, hält Voss für wirkungslos: „Peinlich, dass da überhaupt jemand erwischt wird.“ Und selbst dann seien die Bußgeldbescheide „viel zu kryptisch“, was sämtlichen Lerneffekt verpuffen lässt. Voss: „Das ist die einfache Ideologie,die die Regierung vorgibt: Wir fangen den geringen Prozentsatz an Rasern und nehmen ihnen den Führerschein weg, dann ist alles gut. Das funktioniert nicht.“! 15


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