Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Tellkampfschule: Schauspiel inszeniert Amoklauf
Hannover Meine Stadt Tellkampfschule: Schauspiel inszeniert Amoklauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:20 08.03.2010
Schauspiel und Tellkampfschule informieren auf einer Pressekonferenz Quelle: dpa
Anzeige

Die deutsche Erstaufführung der österreichischen Erfolgsproduktion „komA“ sei am 9. April am Tellkampf-Gymnasium in Hannover geplant, teilte das Schauspiel am Montag mit. 19 Schüler, 2 Lehrer und 2 Schauspieler wirken an der Inszenierung mit, die die Zuschauer unter anderem durch Klassenräume, das Lehrerzimmer, die Aula und den Keller führt. „Wir glauben nicht, dass wir mit dem Theaterstück Prävention betreiben oder die Welt verbessern können“, sagte Direktorin Helma Kaienburg. „Aber es kann zum Nachdenken anregen.“

„Es geht in „komA“ ganz klar um eine fiktive Geschichte, in der ein Amoklauf passiert ist“, sagte Regisseur Mirko Borscht. Statt einer reißerischen Darstellung der Tat ständen die Hintergründe im Mittelpunkt. „Wie deutlich waren die Signale, hätte man einschreiten können, und wer hätte einschreiten müssen?“ Das Stück der österreichischen Autoren Volker Schmidt und Georg Staudacher wurde 2007 in Wien und Linz uraufgeführt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Für die deutsche Inszenierung wurde die Produktion weiterentwickelt. Die beteiligten Schüler im Alter von 15 bis 21 Jahren kommen von Schulen im Großraum Hannover, einige wurden von den Theatermachern auf der Straße für das Projekt engagiert.

Bei ersten Proben sei sie erschrocken gewesen, sagte Direktorin Kaienburg. „Was wir gesehen haben, war in weiten Teilen unser schulischer Alltag.“ Zu sehen sei, wie wenig die Lehrer vom Leben der Schüler mitkriegten und wie wenige Signale sie aufschnappten. Kinder brauchten Zuwendung, wofür es in der Schule zu wenig Zeit gebe.

„Niemand kann für sich sagen: Das wird bei uns nicht passieren“, meinte die Pädagogin. Schauspieler Dominik Maringer, der einen Junglehrer spielt, sprach mit Lehrern über das Stück. Diese hätten ihm immer wieder von Überforderung und Zeitmangel erzählt. „Und bei Problemen, da dachte ich, da rufe ich einen Schulpsychologen, aber davon gibt es nur noch 28 für ganz Niedersachsen.“

„Wenn wir als Erwachsene wieder zurückgedrängt werden in die Bänke und die Tafel sehen, dann kommen Erinnerungen hoch“, meinte Schauspiel-Intendant Lars-Ole Walburg. „Als ich zur Schule ging, war das ein sicherer Ort, der sicherste nach dem eigenen Zuhause - das ist er nicht mehr.“ Dies mache auch den Lehrern Angst. Bei einer Besprechung sei eine Lehrerin aufgestanden und habe gesagt: „Toll, das versucht wird, über das Thema zu sprechen.“ lni

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf den Straßenbahngleisen ist ein 35-Jähriger Autofahrer nach einem Unfall in Hannover gelandet.

08.03.2010

Sie hatten Alkohol getrunken, danach ist es zum Streit gekommen: Dabei stach eine Frau (41) in Mittelfeld ihren Freund (46) nieder. Er bracht in einem Bus zusammen.

08.03.2010

Wenn Hannovers Bruchmeister feiern, bedeutet dies immer den Abschluss der wichtigen Bälle in der Stadt. Was liegt also näher, als es noch einmal krachen zu lassen?

07.03.2010
Anzeige