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Meine Stadt Taxi-Streit: Widerstand gegen Moia wächst
Hannover Meine Stadt Taxi-Streit: Widerstand gegen Moia wächst
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20:20 09.03.2018
Hannover

Streit um die Straße: Der Shuttle-Service Moia hat nach der ersten Testphase sein Angebot von 20 auf 35 Fahrzeuge erweitert und will die Zahl der Tester von zuletzt 2000 auf 3500 erhöhen. Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) stemmt sich allerdings vehement gegen die Ausbreitung der VW-Tochter. „Ein großer Teil der kleinen Taxiunternehmen wird in die Pleite getrieben“, warnt Gunther Zimmermann, Geschäftsführer des GVN.

Zimmermann wirft Moia vor, eine Experimentierklausel nutzen zu wollen, um in Hannover ein groß angelegtes Mobilitätskonzept mit bis zu 250 Fahrzeugen testen zu können. „Damit wird der Markt überschwemmt“, fürchtet Zimmermann. Schließlich habe das aktuelle Taxi-Gutachten bereits jetzt auf die Notwendigkeit der Reduzierung der Taxiflotte mit derzeit 600 Konzessionen hingewiesen. Wenn dann Moia „mit den VW-Millionen in den Markt drängt“, werde das das Ende für viele kleine Taxibetriebe bedeuten.

Der GVN-Geschäftsführer sieht „massiven politischen Rückenwind“ für Moia  und fordert „gleiches Recht für alle“. Ein gewinnorientiertes Großunternehmen wie VW brauche „keine Sonderregeln“, so Zimmermann.
Die Geschäftsführung von „Hallo Taxi 3811“ spricht von einem „ungleichen Eingriff in den Wettbewerb, einer eindeutigen Rosinenpickerei“. Das von Moia vorgelegte Konzept sei daher aus ihrer Sicht nicht genehmigungsfähig – es gefährde das Gleichgewicht und die Wirtschaftlichkeit zwischen allen Verkehrsbetrieben der Stadt.

Die Shuttle-Flotte gehöre zu einem Konzern mit nahezu unerschöpflichen Finanzmitteln. Das dürfe Moia nicht in die Lage versetzen, „zu Lasten anderer mit unrealistischen Preisen zu experimentieren“. Geschäftsführer Wolfgang Pettau sieht gar die Gefahr, „dass nun auch ein ,Taxigate’ entsteht“.

Auch die Grünen sorgen sich um die Zukunft des Taxigewerbes. Sie fordern eine Expertenrunde, in der Moia, Taxifahrer, aber auch Region, Regiobus und der Carsharing-Anbieter Stadtmobil zu Wort kommen sollen. Es bestehe „Klärungsbedarf zu der Frage, wie weit Moia eine Konkurrenz zum ÖPNV-Angebot mit Bus und Bahn und eventuell auch zum Carsharing darstellt“, sagt Renee Steinhoff, finanzpolitische Sprecherin der Grünen. Sie will auch klären, ob mit Moia eine Konkurrenz zum Taxigewerbe und dessen Arbeitsplätzen entstehe.

von Christian Bohnenkamp

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