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Meine Stadt Tausende Knöllchen im Jahr
Hannover Meine Stadt Tausende Knöllchen im Jahr
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18:38 05.03.2018
Noch immer ein Thema: Seit zehn Jahren gibt es in Hannover die Umweltzone, doch noch immer schreiben Politessen tausende Autos auf, die dagegen verstoßen. Allein 2017 waren es 7800 Fälle. Die Einführung der Blauen Plakette könnte diese Zahlen kräftig nach oben treiben. Quelle: dpa
Hannover

Seit 1. Januar 2008 gibt es die Umweltzone in Hannover – und noch nach zehn Jahren schreiben Hannovers Politessen tausende Fahrzeuge auf, die nicht die nötige Plakette haben.

Im vergangenen Jahr wurden laut Stadtverwaltung noch rund 7800 Knöllchen wegen der Umweltzone geschrieben, denselben Wert gibt die Stadt auch für 2016 an. Zum Vergleich: Von Februar bis Dezember 2009 (vorher wurden keine Bußgelder erhoben) waren es rund 18 500 Anzeigen. Der Höchstwert wurde im Jahr 2011 mit 19 800 erreicht. Ein Zonen-Knöllchen kostet 80 Euro, wenn tatsächlich ein Bußgeldbescheid erlasen wird, dazu kommen laut Stadt noch Gebühren von 28,50 Euro.

Interessant werden die Zahlen der Verstöße durch die aktuelle Debatte um Luftverschmutzung durch Diesel. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) hat sich mehrfach für eine Blaue Plakette ausgesprochen, mit der dann nur noch besonders saubere Diesel in die Stadt dürften. Sinn würde diese Regelung nur machen, wenn auch kontrolliert würde, welche Plakette auf den Fahrzeugen klebt.

Derzeit müssen sich Autofahrer schon Mühe geben, um sich ein Knöllchen wegen der Umweltzone einzufangen. „Wir kontrollieren den ruhenden Verkehr auf öffentlichen Parkflächen“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Heißt: Wer seinen Wagen ohne Plakette oder mit gelbem und rotem Aufkleber in ein Parkhaus oder auf eine Privatfläche stellt, hat von der Stadt nichts zu befürchten.
Die Polizei prüft die Plakette nur, wenn sie Fahrzeuge aus anderen Gründen anhält. Braucht es schärfere Kontrollen? Philipp Kreisz (SPD) findet das nicht. „Die meisten Leute halten sich an geltendes Recht, da vertraue ich den Bürgern.“

Noch ist weiter unklar, ob es in Hannover Fahrverbote für Diesel geben wird – ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts würde sie jetzt zulassen. Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette sagte gestern im Umweltausschuss, die Urteilsbegründung werde gemeinsam mit dem Land geprüft. Wenn es Regelungen gebe, gehe das  nur stadtweit.  „Würden wir Fahrverbote nur auf belasteten Straßen verhängen, würde dies das Problem nur auf andere Straßen verlagern.“

Von Dirk Altwig und Andreas Krasselt

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