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UMSTRITTEN: An Karfreitag ist Stille und Besinnlichkeit gesetzlich verordnet. Manch einer würde aber auch gerne in der Disko tanzen.

UMSTRITTEN: An Karfreitag ist Stille und
Besinnlichkeit gesetzlich verordnet. Manch
einer würde aber auch gerne in der Disko
tanzen.© Nikita Sobolkov

Hannover

Tanzverbot am Karfreitag - muss das sein?

Am Freitag in die Disko zum Tanzen? Das ist zumindest an diesem Wochenende nicht möglich - der Karfreitag ist ein stiller Feiertag. Und laut Landesregierung gebe es auch „keine Bestrebungen“, daran etwas zu ändern.

Hannover. Zumindest die Jungen Liberalen halten das für einen Fehler: Das Tanzverbot sei schon lange nicht mehr zeitgemäß. Unterstützung bekommen sie vom Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen (Dehoga): „Die Lebenswirklichkeit entwickelt sich seit Jahren in die Richtung, dass die Leute, gerade die jüngeren, trotz dieser hohen Kirchentage ein Bedürfnis nach Zerstreuung empfinden und dies gerne tanzend befriedigen würden“, sagte Geschäftsführer Rainer Balke.

Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers hat dazu naturgemäß eine andere Meinung: „Es gibt keinen Zweifel. Man muss Respekt haben“, sagt Pastor Johannes Neukirch. „Wir müssen Feiertage wie den Karfreitag schätzen.“ Außerdem gebe es doch mehr als 300 andere Tage im Jahr, an denen gefeiert werden dürfe.

Das niedersächsischem Feiertagsgesetz verbietet öffentliche Sportveranstaltungen und alle Aktionen, die über den Schank- und Speisebetrieb hinausgehen - wie das Tanten. Veranstaltungen sind nur erlaubt, wenn sie „auf den ernsten Charakter des Tages Rücksicht nehmen“ - so der Wortlaut.

In der Club-Szene der Landeshauptstadt muss man das noch hinnehmen: „Wenn das Gesetz es so verlangt, dann halten wir uns daran. Befürworten tun wir das aber nicht“, sagt Kasi Hashemi vom Nachtclub Monkey’s. Louis Meyer, Geschäftsführer vom Funpark Hannover, sieht es ähnlich: „Verstehen tut es keiner mehr in der heutigen Zeit. Wir leben in einer modernen Gesellschaft - es sollte sich ändern.“ Deshalb wünsche man sich eine „Lockerung des Gesetzes im Sinne der Betriebe“, so Kirsten Jordan vom Dehoga Hannover. In Bremen zum Beispiel gilt seit 2013 die Karfreitagsruhe nur noch von 6 bis 21 Uhr.

In diesem Jahr hat Hannover aber noch das strenge Tanzverbot: „Es ist ein Landesgesetz. Wir sorgen für die Einhaltung und führen Kontrollen durch“, so ein Stadtsprecher. Zumindest Pastor Neukirch freuts: „Es tut der Gesellschaft auch mal gut, ein bisschen Stille zu haben.“

Von Karina Hörmann


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