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17:53 08.11.2015
ZUSAMMENGEHÖRIGKEIT: Die Choreografie besteht aus einer Reihe unterschiedlicher Elemente, auch Schlaf gehört dazu. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

„Richtig schön strecken“, ruft Hans Fredeweß. Die Arme gehen nach oben. Es folgen Drehungen und Biegungen, die Bewegungen fließen ineinander. Die Kommandos des Choreografen kommen mal auf deutsch, mal auf englisch. Die Compagnie Fredeweß erarbeitet die Abläufe mit 83 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus 27 Ländern, darunter 50 Flüchtlinge.

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Foto: Wilde

Ein Projekt zur nachhaltigen Integration. „Als wir anfingen, waren vier der Kinder erst seit zwei Tagen hier“, erzählt Fredeweß. „Aber nachdem sie ihre körperliche Schüchternheit überwunden hatten, gehörten sie schnell dazu.“ Die Gemeinschaft hilft, da hier niemand im Vordergrund steht.

Alle sollen in Bewegung kommen. Beim Tanzen fangen sie an, sich selbst zu spüren, eine Gefühl für sich selbst zu entwickeln und daraus ein Selbstwertgefühl. „Wir setzen dabei ganz bewusst auf abstrakte Bewegungen“, erklärt der Choreograf. „Wir erzählen keine Geschichte.“

Die Kinder und Jugendlichen sollen sich nicht in bekannte Bilder flüchten. „Sie sollen sich selbst neu in anderen Zusammenhängen erleben“, so Fredeweß. „Auch die persönlichen Schicksale sind beim Tanz keine Thema“ Statt Rollenklischees also neue Perspektiven.

Das geschieht mit viel Spaß. Nicht alles ist perfekt, einiges auch improvisiert. Die Idee ist aus der Arbeit mit Schulen entstanden, nennt sich nun als offenes Angebot Community Dance Projekt „Schwarzer Bär“. Es startete mit Workshops in den Sprachlernklassen der KGS Pattensen und des Helene-Lange-Gymnasiums, Linden.

Es folgten sechs Wochen intensives Proben im Tanzhaus der Compagnie im Ahrberg-Viertel. 15 Studierende des Studiengangs Darstellendes Spiel und Sport der Uni helfen mit. Gestern war Generalprobe. Montag ist die öffentliche Vorführung ab 19 Uhr im Pavillon. Eintritt: 8 Euro (Abendkasse).

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