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Meine Stadt THW verteilt Wasser am Hauptbahnhof
Hannover Meine Stadt THW verteilt Wasser am Hauptbahnhof
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22:24 12.07.2010
Hauptbahnhof: Das THW verteilt Wasser an Reisende. Quelle: Dröse
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Hannover. Hauptbahnhof, später Nachmittag: Als sie die Männer vom Technischen Hilfswerk sieht, gibt es für Brigitte Rosenick kein Halten mehr. Zu durstig, zu genervt von der Reise bis nach Hamm in Westfalen, springt sie auf den Bahnsteig 12 am Hauptbahnhof Hannover und eilt zu der Holzbank, auf der die Plastikbecher stehen. „Wahnsinnig gutes Gefühl“, sagt die 43-Jährige, stürmt dann zurück zur Tür – man will ja nicht in Hannover stranden, sondern auch weiter mitfahren.

Einen Sitzplatz im IC müsse sie sowieso nicht verteidigen: „Ich stehe sowieso direkt an der Tür, der Zug ist voll.“ Dort wieder angekommen, reiht sie sich zwischen den anderen schwitzenden Bahngästen ein. „Die könnten hier auch im Zug mal mehr verteilen“, schimpft ein älterer Herr. Der Schweiß steht ihm auf der Stirn. „Es ist so verdammt heiß hier drin“, grollt er, dann schließt sich die Tür. Die rollende Heizung setzt sich wieder in Bewegung.

Auch Michael Gröning schwitzt. Er kommt vom THW, hat neben Frau Rosenick schon den ganzen Tag über tausende andere Reisende versorgt. Kaum jemand am Bahnsteig, der nicht Wasser aus den Bechern schlürft, die Gröning und seine Kollegen verteilen. Pause? „Heute nicht“, meint Gröning, schüttet und schüttet und schüttet – weitere Becher voll. Zweieinhalbtausend Liter seien bereits weggegangen, mit dem Lkw bringen die Helfer vom THW die Paletten zum Bahnhof.

Auch in der Eingangshalle haben sie einen provisorischen Tresen aufgestellt. Hier eilen nicht nur Reisende heran, um sich zu erfrischen, auch Passanten greifen gern zu. „Am liebsten würde ich es mir über den Kopf schütten“, sagtHelena, die mit ihrem Vater Klaus Bängel in der City unterwegs war. Stattdessen trinkt die 14-Jährige ihren Becher mit einem Ansetzen leer. „War ein Fehler, heute loszugehen“, betont sie. Jetzt müssen sie noch mit der S-Bahn nach Hameln. „In den Dingern schwitzt man sich auch kaputt“, berichtet die Schülerin – und greift vorsichtshalber noch einmal zu.

THW-Pressesprecher Pierre Graser wechselt immer zwischen den verschiedenen Ausschankpunkten und passt auch auf, dass überall genug Wasser vorhanden ist: „40 Kisten stehen auf einer Palette, wir können gar nicht so schnell zugucken, wie das weggeht.“ Ohnmächtige oder ähnliche Zusammenbrüche habe es noch nicht gegeben: „Aber die Leute sind unglaublich froh über ein Glas Wasser.“ Dann greift er selbst zu: „Ich will heute auch nicht im vollen Zug stehen." seb

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