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Meine Stadt Szene-Wirt streitet Vergewaltigung ab
Hannover Meine Stadt Szene-Wirt streitet Vergewaltigung ab
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19:36 08.11.2018
EIN MANN IN SEINEM ELEMENT: Mehdy E. hat viel Geld als Wirt verdient. Nun steht er wegen Vergewaltigung und Drogenhandels vor dem Landgericht. Quelle: Foto: privat
Hannover

Hat Szene-Wirt Mehdy E. (46) eine Frau (42) vergewaltigt? Oder war es einvernehmlicher Sex? Am Donnerstag begann der Prozess vor der Strafkammer Drei im Landgericht. Es gibt keine Tatzeugen. Und zur Überraschung des Gerichts sagte der Angeklagte aus.

„Ich habe sie über einen Freund kennengelernt“, so Mehdy E. Am 29. Januar habe der 46-Jährige sie aus dem Asylbewerberheim abgeholt. Die 42-Jährige interessierte sich wohl für die Souterrain-Wohnung des Wirtes. „Im Auto hat sie viel geredet. Ich höre nie zu, wenn Frauen viel reden“, erklärte er freimütig. Richterin Renata Bürgel wunderte sich, was er denn für ein Interesse an ihr gehabt habe, wenn er ihr nicht zuhöre. Anwalt Matthias Steppuhn meinte genervt: „Das ist nicht strafbar.“

Sie habe ihm Signale gegeben

Am 31. Januar stürmte das SEK das Haus von E. in Bothfeld. Die Frau hatte Anzeige erstattet und von einer Waffe geredet. Der Gastronom kam in U-Haft. Doch die Frau nahm ihre Anzeige zurück. E. kam frei; der Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt. Bei der Festnahme hatten die Polizisten 28 Gramm Kokain gefunden. Deshalb ist der Wirt auch wegen Drogenhandels mit angeklagt.

Nun die Aussage im Landgericht: Er habe mit dem mutmaßlichen Opfer und zwei Frauen gefeiert. Gegen 1.30 Uhr sei er dann mit den Frauen in sein Haus gefahren. Er zeigte dem mutmaßlichen Opfer den Keller. Sie habe ihm Signale gegeben: „Wir haben uns geküsst.“ Im Morgengrauen gingen die beiden Freundinnen, die 42-Jährige blieb. Anschließend sei es zweimal zum Sex gekommen. Zwischendurch habe er sich vier Linien Koks reingetan. Am nächsten Morgen (30. Januar) habe es noch mal Geschlechtsverkehr gegeben, erzählte der Angeklagte.

Am 31. Januar stürmte das SEK das Haus des mutmaßlichen Täters. Quelle: Treblin

Am nächsten Morgen sei die Frau in Panik verfallen: „Ich bin schwanger“, habe sie gerufen. Mehdy E. verließ das Haus. In seiner Aussage klang das eher wie die Flucht vor einer hysterischen Geliebten.

Rötungen und Hautabschürfungen

Das mutmaßliche Opfer sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Nach NP-Informationen habe sie nicht ausdrücklich gesagt, dass E. sie vergewaltigt habe. Ihre Vernehmung dauerte mehrere Stunden und geht heute weiter. Ein Gerichtsmediziner hatte bei ihr Rötungen und Hautabschürfungen festgestellt.

Vor mehr als einem Jahr hat Mehdy S. sein letztes Restaurant am Volgersweg (Mitte) geschlossen. Seitdem ist er in einer Reinigungsfirma beschäftigt.

Von Thomas Nagel

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