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Prozess

Supermarktkiller übermorgen in Hannover vor Gericht

Er war sich seiner Sache sicher: Unmaskiert überfiel ein 42-Jähriger bundesweit zwei Dutzend Lebensmittelgeschäfte, in Hannover erschoss er dabei einen Kunden. Am Mittwoch startet der Prozess gegen den Polen, der für die Taten stets extra eingereist sein soll.

Hannover. Monatelang verbreitete ein gefährlicher Serienräuber in ganz Deutschland Angst und Schrecken. Besonders Supermarkt-Angestellte fürchteten sich vor dem korpulenten Mann, der bei seinen Überfällen stets nach dem gleichen Muster vorging: Kurz vor Ladenschluss betrat er den Markt, bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole und verlangte Geld. Tödlich ging ein solcher Überfall am 4. Dezember 2014 für einen 21-Jährigen in Hannover aus - der junge Mann hatte versucht, den Täter zu überwältigen. Wegen dieses Raubmordes und 23 weiterer Überfälle unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Bayern muss sich der 42-Jährige nun von Mittwoch an vor dem Landgericht Hannover verantworten.

Spezialeinsatzkräfte hatten den Räuber auf einem Autobahn-Rastplatz bei Dresden überwältigen können. Die Ermittlungsgruppe "Discounter" war per Handy-Ortung auf seine Spur gekommen. Sein Mobiltelefon hatte der Mann bei den Taten stets eingeschaltet dabei. Die Fahnder gehen davon aus, dass der Pole für die Supermarkt-Überfälle aus seinem Heimatland nach Deutschland einreiste. Bundesweit wurde mit Bildern aus Überwachungskameras nach ihm gefahndet. Der Serientäter trug stets eine Schiebermütze oder Kappe, maskierte sich aber nicht. Schüsse fielen bei insgesamt neun Überfällen.

Aufgrund von DNA-Spuren sowie eines Waffengutachtens konnten die Ermittler dem Mann Überfälle in Hannover, Salzgitter, Gifhorn, Hemmingen und Wolfenbüttel, in Nordrhein-Westfalen in Hamm, Bottrop, Essen und Bad Driburg, in Sachsen-Anhalt in Burg bei Magdeburg, Möckern sowie Dessau-Roßlau, in Bayern in Hof, Kulmbach und Pegnitz sowie in Brandenburg an der Havel zuordnen. Hinzu kamen Überfälle in Hessen und Thüringen.

Die jetzt angeklagten 24 Taten ereigneten sich zwischen Februar 2014 und Juni 2015. Nach Auskunft des Verteidigers des Angeklagten, Holger Nitz, wird der 42-Jährige weiter zu den Vorwürfen schweigen. Für den Prozess sind insgesamt 25 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte im kommenden Juni gesprochen werden (Az: 39 Ks 17/15).

dpa


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