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Meine Stadt Toller Brodowy, aber geschmackloses Puppenspiel
Hannover Meine Stadt Toller Brodowy, aber geschmackloses Puppenspiel
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14:00 29.01.2019
Ganz schön viel Stunk – das GOP war gestern in der Hand der Karnevalisten. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Ob Linden die Wasserstadt jemals bekommen wird? Nie. Da sind sich die Stunker der Lindener Narren sicher. Und warum sie sich da so sicher sind, das zeigen sie am Montagabend im GOP. „Ein Tag im Bauamt“ heißt der Sketch von Dinah Wicke, Sybille Dickti, Volker Kempf (als wunderbar brummigem Bauunternehmer Günter Papenburg, 79) und Andreas Bischoff. Allerlei Verschleppungstaktiken bringen den gespielten Papenburg nie einem Bauantrag näher, dafür bescheren sie ihm am  Ende einen Schwächeanfall.

Es ist die Premiere der dritten Auflage der Stunksitzung der Lindener Narren. Und das GOP ist ausverkauft: 330 Besucher sind da. Für die zweite Veranstaltung am Rosenmontag, den 4. März, sind nur noch Restkarten da, weiß Varieté-Chef Dennis Bohnecke (40). Für die vierte Auflage im kommenden Jahr liegen bereits Flyer aus: Premiere wird am 27. Januar 2020 sein, die zweite Aufführung am 24. Februar.

Zur Premiere der dritten Auflage ihrer Stunksitzung luden die Lindener Narren am Montagabend ins GOP Varieté ein. Hier gibt es die Bilder des Abends.

Narren-Chef Martin Argendorf (63) und Radio-Hannover-Moderatorin Laura Zacharias (31) führen durchs Programm. Flott stänkern sie über die Themen des zurückliegenden Jahres: die Diesel-Fahrverbote etwa, das Gender-Sternchen oder die Beziehung von Bettina und Christian Wulff (Zacharias: „zweimal die gleiche Frau heiraten, das hat nicht mal Gerhard Schröder hinbekommen“).

Geschmacklos wird’s leider beim Puppenspiel, das in vier Akten das Leben von Oberbürgermeister Stefan Schostok (54) erzählen soll: Das beginnt schon damit, dass die Puppenmutter Baby Stefan die Zukunft nicht aus dem Kaffee-, sondern dem Windelsatz liest. Und es wird nicht besser, als die Mutter Stefans Bedenken, er könne wegen Inkompetenz nie Oberbürgermeister werden, mit den Worten verwirft: „Die Hannoveraner wählen auch ein totes Schwein zum Anführer. Hauptsache, es ist eins von der roten Sorte.“ Bleibt abzuwarten, ob der OB darüber lachen kann, wenn er – wie angekündigt – mit Ministerpräsident Stephan Weil (60) am Rosenmontag die Show ansehen will.

Klasse beweist dagegen das Trio „Kastagnetten“ (Kathrin Ende, Lena Meyer, Madeleine Busche) mit feiner Ironie. Und, na klar, Matthias Brodowy (45) brilliert: Als Höhepunkt vor der Pause lässt er die Gäste die „Stadt mit Keks“ besingen. Und als er den Preis „Stunk 2019“ an die Hinrunde von Hannover 96 verleiht, kauft man ihm ab, wie sehr er sich den Klassenerhalt wünscht, als er mit dem ganzen Saal die „Alte Liebe“ schmettert.

Verena Koll

NP-Interview
Niedersachsens Karnevalspräsident Karl-Heinz Thum über seine besonders lange Session

Er ist der oberste Karnevalist Niedersachsens: Karl-Heinz Thum (wird am 31. Januar 69) aus Apelern im Landkreis Schaumburg. Montagabend hat der Präsident des Karnevalsverbands Niedersachsen zum ersten Mal die Stunksitzung der Lindener Narren besucht.

Das ist kein leichter Abend für Sie, oder?

Warum?

Na, Sie kommen doch aus Apelern, einem "Helau"-Gebiet. Bei den Lindener Narren heißt es aber "Alaaf".

Das stimmt. Aber, wissen Sie, bei uns in Niedersachsen gibt es so viele Grüße, da mache ich nicht nur "Helau" und "Alaaf" gerne mit. Ich kenne auch "Halau" und "Helaaf". Ich muss nur aufpassen, dass ich bei der Gesellschaft den jeweils korrekten Gruß benutze.

Klappt das immer?

Bisher schon. Ich bereite mich akribisch vor.

Und Sie besuchen immerhin etwa 80 Sitzungen in der Session, oder?

So ungefähr. Wobei bei mir die Session dieses Jahr bis zum 31. März geht.

Da ist sie doch längst vorbei. Am 6. März ist Aschermittwoch.

Das stimmt, ja. Aber am 31. März wird die Deutsche Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport in Braunschweig ausgetragen. Da sind unsere Starter natürlich auch dabei, und ich möchte sie unterstützen. (vek)

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