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Meine Stadt Studie: Ohne Nachtflug wenig Zukunft am Airport
Hannover Meine Stadt Studie: Ohne Nachtflug wenig Zukunft am Airport
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20:10 28.09.2018
Ein Flugzeug der KLM im Landeanflug auf dem Hannover Airport Quelle: dpa
Hannover

In die Diskussion um nächtliche Flüge am Airport kommt neuer Schwung. Ende 2019 läuft die aktuelle Nachtflugregelung aus. In einer Studie belegt Professor Lothar Hübl, dass ohne Verlängerung dieser Regelung rund 2400 Arbeitsplätze in der Region, davon 1360 auf dem Airport gefährdet wären.

Das Hübl-Gutachten ist das fünfte seiner Art. Der Experte belegt anhand von statistischen Daten die regionalwirtschaftliche Bedeutung des Flughafens und die Notwendigkeit des Nachtfluges. Eine solche unabhängige Beurteilung hatte der Airport schon 1984, 1994, 2000 und 2008 in Auftrag gegeben.

Diesmal geht es in großen Teilen um ein möglicherweise drohendes Nachtflugverbot. Dafür setzen sich Bürgerinitiativen ein. Der Flughafen in Hannover ist der einzige in Norddeutschland, der ohne zeitliche Einschränkungen angeflogen werden darf. Hintergrund ist die unbeschränkte Betriebsgenehmigung aus dem Jahr 1952.

14 000 Flüge zwischen 22 und 6 Uhr registrierte der Airport im vergangenen Jahr, 75 711 Starts und Landungen insgesamt. Bis Ende August dieses Jahres gab es bereits 50.938 Flüge, so Sprecherin Anika Studders. Ziel ist es, 2018 erstmals die Marke von sechs Millionen Passagieren zu knacken.

Mit Nachtflugverbot wäre die Zukunftsfähigkeit des Standortes infrage gestellt, befürchtet Hübl. Laut seiner Berechnung droht dann ein Abzug jedes zweiten stationierten Flugzeugs, ein Nettoverlust von 1,45 Millionen Fluggästen (bei sechs Millionen) und eine Umsatzgefährdung von 47 Millionen Euro, also knapp einem Drittel.

Der Airport weist darauf hin, dass trotz der nächtlichen Flüge eine Gesundheitsgefährdung durch passiven Schallschutz (Schallschutzfenster und Dachdämmung) ausgeschlossen sei. Geschäftsführer Raoul Hille ist bereit, erneut einen Antrag auf Fortführung der aktuellen Nachtflugbeschränkungen zu stellen. Das bedeutet, freiwillig die Werte für Starts und Landungen bei Nacht zu senken. Eine deutliche Erhöhung der nächtlichen Lärmentgelte für 2019 ist schon abgestimmt.

Hübl setzt auf Überzeugung: „Die Politik auf allen Ebenen ist gefordert, für verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen.“ Die Funktionalität eines Ankerpunktes der niedersächsischen Verkehrsinfrastruktur müsse auch zukünftig weiter gestützt werden.

Von Vera König

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