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Studie: PC-Spiele sorgen für schlechte Noten

Wer Sport treibt, kann leichter Mathe-Aufgaben lösen. Wer seine Zeit lieber mit brutalen Computerspielen verbringt, scheitert eher. Auf diese Kurzform lässt sich eine (laut Autor Christian Pfeiffer) jüngere Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts (KFN) in Hannover bringen.

Hannover. „Bolzen statt ballern“, empfiehlt der Ex-Justizminister im Niedersachsen-Magazin „Plietsch“. „Und weniger Zeit mit Facebook verbringen“, sagte er der NP. Das KFN-Team befragte 8000 zehnjährige Schulkinder und 45 000 15-Jährige nach ihren Freizeitgewohnheiten. „Von den 15-jährigen Jungen sind 16 Prozent viereinhalb Stunden und mehr pro Tag mit Computerspielen beschäftigt. Fernsehen und Internet kommen noch obendrauf“, so Pfeiffer.

Von den Mädchen sitzen nur vier Prozent intensiv an PC-Spielen. Für den Fachmann logisch, „dass die Jungen bei den schulischen Leistungen einbrechen“. Das habe auch ein Experiment mit fünf Gruppen gezeigt. Die eine trieb Sport, die zweite schaute einen Film von Rosamunde Pilcher, die dritte spielte ein harmloses Computerspiel, die vierte sah einen brutalen Film, und die fünfte spielte ein erst ab 18 Jahren freigegebenes Computerspiel. Anschließend bekamen alle Gruppen 20 leichte Mathe-Aufgaben.

Die mit dem brutalen Ballerspiel fiel durch die meisten Fehler auf. Am besten schnitten die Sportler ab. Grund, so Pfeiffer: Körperliche Bewegung fördert die Vernetzung der Synapsen im Gehirn. Von Ballerspielen dagegen bekämen die Jugendlichen den Kopf nicht frei. Die Aufmerksamkeit werde so stark gebunden, dass sie sich anschließend schwer auf neue Aufgaben konzentrieren könnten.

Mit einer über Jahre laufenden Studie in Berlin hatte Pfeiffer belegt, dass zu viel Computerspielen auch dick macht: „Kinder, die schon beim Start der Studie vor zwei Jahren eigene Bildschirmgeräte im Zimmer stehen hatten und es deswegen auf eine besonders hohe Medienzeit brachten, sind heute häufiger übergewichtig und haben schlechtere Noten als diejenigen, die nach wie vor über keine Geräte verfügen.“ Jüngst befragte Pfeiffers Team 4000 Schüler in Hannover. „Geradezu suchtartig sind die Mädchen bei Facebook eingestiegen“, berichtet er. Für viele sei das soziale Netzwerk das Wichtigste in ihrem Leben. Die Lösung des Problems sieht Pfeiffer nicht in einem Verbot. Aber der Zugang zum PC und die dafür aufgewandte Zeit müssten geregelt werden: „Im Kinderzimmer haben Fernseher und Computerspiele nichts zu suchen.“

Er fordert eine produktivere Nachmittagsgestaltung. Ganztagsschulen sollten „Lust auf Leben wecken, durch Sport, Musizieren, Theater“. In den Ballerspielen machen die Experten eine „Macho-Welt aus“. Vielfach seien Jungen heute emotional verunsichert. Zwei Drittel der Väter schafften es nicht, sie ihre Liebe spüren zu lassen. Deshalb flüchteten die Jungen in die „Männerherrlichkeit der Computerspiele“. Fehlende Zuwendung sei auch für die Facebook-Flucht der Mädchen ein Grund: „Wer nicht im realen Leben verankert ist, läuft Gefahr, sich ins Uferlose des Internets zu verlieren.“ kig


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