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Meine Stadt Mangel der Elektrik: Lebensgefahr beim Fönen
Hannover Meine Stadt Mangel der Elektrik: Lebensgefahr beim Fönen
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15:45 11.09.2018
VERKLAGT DEN VERMIETER: Kerstin Braun mit ihrem Anwalt Jörg Salzwedel. Foto: Quelle: Behrens
Hannover

Für Kerstin Braun (54) war es der Schock ihres Lebens. Als sie sich die Haare fönte, stach eine etwa 30 Zentimeter große Stichflamme aus der Steckdose. „Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ich nicht angezogen gewesen wäre“, sagte sie am Dienstag unter Tränen im Amtsgericht. Die Flamme brannte Löcher in T-Shirt, Unterhemd und BH.

Seit 28 Jahren wohnt Kerstin Braun in der Sallstraße (Südstadt). Sie ist vor allem enttäuscht von ihrem Vermieter. Nach dem Vorfall am 16. Februar 2016 bat sie darum, den Bericht des Elektronikchecks einzusehen. Keine Reaktion. Sie kümmerte sich selbst um einen Sachverständigen. Ergebnis: Die Elektroinstallationen waren nicht betriebssicher. Es fehlte auch an nötigen Sicherungen. Zudem habe der Vermieter behauptet, der technische Defekt sei auf den Fön zurückzuführen – zu Unrecht, wie sich herausstellte.

Nun fordert die 54-Jährige 2887 Euro von ihrem Vermieter. Es geht um Mietrückzahlungen, Schmerzensgeld (mindestens 1000 Euro) und Schadensersatz für die kaputte Kleidung. Die Anwältin des Vermieters: „Die Mängel werden nicht bestritten und sind nun beseitigt.“ Einen Vergleich lehnte die Anwältin ab, solange das Mietverhältnis bestehe bleibe. Kerstin Braun wohnt in einer 72 Quadratmeter Wohnung für unschlagbare 442 Euro. Sie will in der Sallstraße wohnen bleiben.

Amtsrichterin Catharina Erps: „Ich habe den Eindruck, dass zwischen den Parteien noch ein anderes Problem läuft.“ Sie schlug deshalb eine Mediation vor. Jörg Salzwedel, Rechtsanwalt der Mieterin: „Wir sind dazu bereit.“ Seine Kollegin legte sich nicht fest, muss erst den Vermieter fragen.

Klar ist, die Mieterin hat einen Anspruch auf Mietminderung von mindestens 20 Prozent. Umstritten ist, ob die Badewanne geerdet sein muss. Eventuell stehen Kerstin Braun dafür noch weitere zehn Prozent Mietminderung zu. Richterin Erps: „Das müsste ein Gutachter entscheiden.“ Inwieweit die Vermieterin Anspruch auf Schmerzensgeld hat, ist noch ungewiss. Für ihre Schlafstörungen und Ängste müsste sie ärztliche Atteste vorlegen. Entweder wird ein Gutachter eingeschaltet, oder die Parteien treffen sich in einer Mediation wieder.

Von Thomas Nagel

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