Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Strenge Regeln bei der Üstra
Hannover Meine Stadt Strenge Regeln bei der Üstra
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 08.02.2018
FRAGWÜRDIG: Die Üstra hatte die letztlich erfolgreiche Rock-Kampagne zur Gewinnung von Kolleginnen ohne Ausschreibung an den Ehemann einer Mitarbeiterin vergeben.   Quelle: Foto: Dröse
hannover

 Mal eben den Ehemann einer Mitarbeiterin mit einem lukrativen Auftrag bedenken – das soll es bei der Üstra künftig nicht mehr geben.

Der Aufsichtsrat des Un­ternehmens hat am Montag in einer Sondersitzung strenge Regeln bei der Auftragsvergabe verabschiedet, zusätzlich setzt der neue Üstra-Vorstand auf Transparenz. „Au­ßerdem möchte der Aufsichtsrat, dass mögliche Schäden für das Unternehmen konsequent verfolgt werden“, so Ulf-Birger Franz, der Vorsitzende des Aufsichtsrates. Man wolle eine Wiederholung von zu kritisierendem Verhalten im Unternehmen ab sofort nicht mehr zulassen, sagte Üstra-Chef Volkhardt Klöppner.

Beschlossen wurde unter anderem, dass es ab sofort keine sogenannten Notfallbestellungen im Unternehmen mehr gibt. Dadurch waren in der Vergangenheit viele Ausschreibungen umgangen worden, auch bei größeren Aufträgen.

Zum 1. März wird die Üstra außerdem den Einkauf an­ders organisieren. Dann soll es eine neue Stelle für die Prüfung von rechtlichen Voraussetzungen von Vergaben geben.

Zudem wünscht der Aufsichtsrat keine weiteren geschäftlichen Beziehungen von Mitgliedern des Aufsichtsrates mit der Üstra, außerdem berichtet die interne Revision in zweiwöchigem Rhythmus dem Vorstandsvorsitzenden über Vergaben und den Einkauf des Unternehmens. Die Anzahl der Prüfverfahren in dieser internen Kontrolle will die Üstra in diesem Jahr über die vorgeschriebene Anzahl der Prüfverfahren hinaus steigern. Und: Vorstand sowie interne Revision berichten künftig dem Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates regelmäßig über diese internen Prüfungen.

Zusätzlich hat Üstra-Vorstand Klöppner mehr als 1000 Lieferanten angeschrieben. Sie sollen sich bei Hinweisen auf Mauscheleien melden. Diese Aufforderung ging auch an die Mitarbeiter – mit der Überschrift „Üstra schafft reinen Tisch“.

Das gilt auch für Vergangenes: Der Vorstand lässt prüfen, ob bei nicht rechtskonformen Auftragsvergaben Schäden für das Unternehmen entstanden sind und ob Schadensersatz eingefordert werden kann.

Die Üstra möchte darüber hinaus extern prüfen lassen, ob sich Personen durch den bedenklichen Umgang mit Auftragsvergaben bereichert haben.

Von andreas voigt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!