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So sieht er jetzt aus: Der Steintorplatz wird ab und zu mit Events wie Beachvolleyball belebt, ist ansonsten aber eher ein „schmuddeliges Sorgenkind“. Foto: Treblin

Städtebau

Streit ums Schmuddelkind Steintorplatz

Vernichtung eines luftigen Platzes oder bauliche Aufwertung eines Sorgenkindes mitten in der City? Der Streit um die Steintorbebauung bringt ungewöhnliche Allianzen hervor: Seit an Seit die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Hannover, die städtische CDU, die „Neuen Liberalen“, die Initiative Pro D-Tunnel und ein entsetzter Eiscafébesitzer – auf der anderen Seite ein parteiloser Stadtbaurat, ein baupolitischer grüner Eisenbahner, ein Einzelhandelsvertreter. Und mittendrin ein Beachvolleyballcup-Veranstalter, der eigentlich nur einen schönen Ort für seine Sport-Events in der Stadt haben möchte.

Hannover. Und der eine Idee hatte, die vom Publikum in der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses mit lautem Beifall honoriert wurde: „Am einfachsten wäre doch eine Bürgerbefragung“, schlug Tobias Tiedtke am Donnerstagabend im HAZ-Forum vor. Was der CDU-Vertreter Felix Blaschzyk sogleich unterstützte: Termin wäre am besten am Tag der Kommunalwahl im September, wenn die Leute ohnehin an die Wahlurnen strömen. Was den nicht so amüsierten parteilosen Stadtbaurat Uwe Bodemann zu der Bemerkung veranlasste „Wir haben ja eine Art Bürgerbefragung, die Pläne für die Steintorbebauung liegen noch bis Mittwoch öffentlich bei uns in der Bauverwaltung aus.“ Ja, schaltetet sich der Grüne Michael Dette ein, noch sei ja nichts beschlossen, Einwände der Bürger würden ernst genommen und der „Rat als oberster Souverän wird diese Einwände auch bewerten“.

Wenn Beachvolley- und andere Events vom Steintorplatz zum Opernplatz wandern würden, hätten auf jeden Fall weder Bodemann noch Dette etwas dagegen. Zurzeit sehe man also keine Hindernisse für den Bau am Steintor. Das sahen andere auch im Publikum anders: Der Platz selbst könnte attraktiver gestaltet werden, Städte bräuchten freie Plätze ohne Konsumdruck. Die Miete für ein neues Eiscafé in den zwei sechsgeschossigen Gebäuden könne er sich als kleiner Mittelständler jedenfalls nicht leisten, sagte Massimo dall’Asta: „Welche seelenlose Gastronomie soll da hinein?“ Und: „Ich bin seit 32 Jahren am Steintor, so schlimm ist es hier doch gar nicht.“ Der DKP-Vertreter fragte, wozu man überhaupt neue Geschäfte, für die öffentlicher Platz privatisiert werde, brauchen würde. Und Mitglieder der Initiative Pro D-Tunnel sahen die unterirdische Stadtbahntrasse nun endgültig im Orkus verschwinden, wenn oberirdisch alles zugebaut würde.

Bodemann argumentierte, dass ein Platz eben nur ein Platz wäre, wenn Gebäude drum herum stünden. Die Laves-Achse von den Herrenhäuser Gärten bis zum Kröpcke würde nicht unterbrochen. Michael Dette machte einen sogar viel größeren Platz aus, wenn der letzte Abschnitt der Georgstraße noch autofrei würde, „dann hat man eine attraktive Zone vom Schillerdenkmal bis zum Steintor“. Und er machte auf die Neugestaltung des Kröpcke mit Niki-Promenade aufmerksam: „Vor vier bis fünf Jahren war da noch ein Loch, heute gibt es stattliche Gebäude und eine großstädtische Architektur.“

Aus pragmatischen Gründen ist auch Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft für die Bebauung: „Viele Leute sind auf dem Steintorplatz, aber sie hasten nur darüber.“ Es werde Zeit, dass auch dieser Platz mit Wohn- und Geschäftsräumen attraktiver gemacht werde. Dass dazu auch Filialen von Einzelhandelsketten gehören würden, sei eben so: „Wir wünschen uns alle inhabergeführte hochwertige Geschäfte, aber gekauft wird dann doch bei den günstigen Ketten.“

Petra Rückerl

Info-Abend

Auch die Stadt organisiert noch eine Informationsveranstaltung zur Bebauung des Steintorplatzes. Am 17. Februar ab 19 Uhr im Festsaal des Alten Rathauses kann unter anderem mit Stadtbaurat Uwe Bodemann, Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft und dem Architektenkammer-Vorsitzenden Wolfgang Schneider diskutiert werden. Der Eintritt ist frei.


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