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Meine Stadt Neuer Ärger um Umbenennung von Straßen droht
Hannover Meine Stadt Neuer Ärger um Umbenennung von Straßen droht
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06:03 11.10.2018
In der Diskussion: Der Rudolf-Hillebrecht-Platz vor Hannovers Bauverwaltung. Quelle: Foto: Heusel
Hannover

Der Streit um die Hindenburgstraße hat gerade einen Höhepunkt erreicht, da kündigt sich weiterer Diskussionsbedarf an. Die vom Rat eingesetzte Kommission, die sich mit NS-belasteten Straßen befasst, wird am 1. November ihren zweiten Bericht mit Empfehlungen für Umbenennungen vorlegen. Dann wird es unter anderem um die Frage gehen, was aus dem Platz vor der Bauverwaltung wird, der nach dem früheren Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht benannt wurde.

„Zuerst sollen die Ergebnisse der Geschäftsordnungskommission des Rates vorgestellt werden. Danach wird die Öffentlichkeit informiert“, kündigt Karljosef Kreter an, der als Leiter des städtischen Projektes Erinnerungskultur die Kommission berät. Diese sei mittlerweile in 24 Sitzungen zusammengekommen und habe sich intensiv mit den Namensgebern der Straßen auseinandergesetzt, die für eine Umbenennung in Frage kommen.

Weniger als beim letzten Mal

Mehr will Kreter noch nicht sagen. Nach Informationen der NP wird es allerdings eine Reihe von Empfehlungen für Umbenennungen geben – allerdings „weniger als beim letzten Mal“. Im Oktober 2015 hatte die Kommission erstmals Ergebnisse vorgestellt.

Damals wurden zehn Straßen zur Umbenennung vorgeschlagen – unter anderem die Hindenburgstraße im Zooviertel, um die derzeit so heftig gestritten wird. Der Bezirksrat Mitte hatte beschlossen, dass diese einen neuen Namen bekommen soll.

Rudolf Hillebrecht ein Kandidat?

„Es gab schwierige Fälle“, räumt Kreter ein. Einer davon könnte Rudolf Hillebrecht sein. Dass sich dieser als Stadtbaurat – trotz Kritik an manchen Auswüchsen der autogerechten Stadt – um den Wiederaufbau Hannovers nach dem Krieg verdient gemacht hat, ist unbestritten. Allerdings wirft sein Schaffen in der NS-Zeit auch Schatten auf seine Karriere.

Der Autor Ralf Dorn, der 2017 ein 500 Seiten starkes Buch über Hillebrecht veröffentlichte, warf ihm vor, unter dem „Deckmantel eines unpolitischen Fachmanns“ agiert zu haben und sich „doch tief in das totalitäre System verstrickt“ zu haben. Tief genug, um vom Straßenschild weichen zu müssen? Die Empfehlungen der Kommission am 1. November werden es zeigen.

Von C. Bohnenkamp

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