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SPD-Fraktion

Straßenbenennung: Schmidt statt Hindenburg?

Große Namen der deutschen Geschichte sind beide. Nun könnten der im November verstorbene SPD-Kanzler Helmut Schmidt und der frühere Reichspräsident Paul von Hindenburg zu Konkurrenten in Sachen Straßennamen werden.

Hannover. Die SPD jedenfalls will – nach anfänglichem Hin und Her – eine Straße in Hannover nach Schmidt benennen. Das hat die Ratsfraktion gestern einstimmig beschlossen – und Parteichef Alptekin Kirci hat die Hindenburgstraße im Zoo-Viertel ins Auge gefasst. „Ich kann mir das gut vorstellen“, sagt Kirci, schränkt aber auch ein, „dass das der zuständige Stadtbezirksrat Mitte beantragen und beschließen muss“ – so sieht es die niedersächsische Kommunalverfassung vor.

Die SPD im Bezirk Mitte hat sich bereits für eine Umbenennung der Hindenburgstraße ausgesprochen. Und sie könnte in dieser Frage wohl auf ihren grünen Koalitionspartner zählen. Martin Nebendahl, Fraktionschef der Grünen, hält Helmut Schmidt „für absolut würdig“, dass eine Straße nach ihm benannt wird. Allerdings sieht er in Sachen Straßenumbenennung keinen Grund zur Eile. Es sei in Hannover üblich, dass frühestens ein Jahr nach dem Tod einer Persönlichkeit nach dieser eine Straße benannt wird. „Das wäre erst im November der Fall“, sagt Nebendahl.

Die CDU im Bezirksrat Mitte vermutet jedoch, dass SPD und Grüne diese unbequeme Frage bis nach der Kommunalwahl im September verschleppen wollen. Denn die Anlieger der Hindenburgstraße sind gegen eine Umbenennung, wie eine Umfrage der CDU ergeben hatte, die in der Straße auch ihre Landesgeschäftsstelle hat. Die CDU will nun SPD und Grüne in der kommenden Sitzung des Bezirksrates am Montag zwingen, sich zu bekennen. Deshalb hat sie einen Antrag auf die Tagesordnung gesetzt, in dem sie „keine Umbenennung der Hindenburgstraße“ fordert. Die CDU begründet das damit, dass Hindenburg „im Ersten Weltkrieg mit dem Sieg bei Tannenberg die Ostfront gegen die russischen Truppen gerettet“ habe. Zudem habe Hindenburg mit seiner Kandidatur im Jahr 1932 Hitler als Reichspräsidenten zunächst verhindert.

Die CDU stellt sich damit gegen die Einschätzung der städtischen Kommission, die eine Umbenennung der Straße empfohlen hatte, weil Hindenburg als Reichspräsident bei der Zerstörung der Weimarer Republik und dem Aufbau der Hitler-Diktatur „eine zentrale Rolle“ gehabt habe.

Eine Helmut-Schmidt-Straße im Bezirk Mitte würde sich aber auch die CDU wünschen. „Ich habe Schmidt geschätzt. Es findet sich sicher eine prominente Straße, die nicht nach einer anderen Person benannt ist, der man diese Ehre entziehen müsste“, sagt CDU-Fraktionschef Dieter Prokisch.


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