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Meine Stadt Stöcken: Schüler pflanzen Streuobstwiese
Hannover Meine Stadt Stöcken: Schüler pflanzen Streuobstwiese
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14:24 06.12.2018
Fleißig: Annika Hennemuth pflanzt mit Elian und Lorenz (v.l.) die Apfelsorte Kaiser Wilhelm. Quelle: Wilde
Hannover

Friedhöfe sind wichtige Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Allein in Hannover machen die Ruhestätten etwa ein Drittel der öffentlichen Grünflächen aus. Um die bedrohten Arten auch künftig zu erhalten, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gestern in Kooperation mit der Wilhelm-Schade-Schule zwölf Obstbäume auf dem Stadtfriedhof Stöcken gepflanzt. Die Pflanzaktion ist Teil des Projektes Ökologische Nische Friedhof. „Dadurch sollen vor allem die Wildbienen gefördert werden. Schließlich gibt ohne die Bienen auch keine Äpfel“, erklärt Cordula Wächtler, Bereichsleitern Städtische Friedhöfe.

Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen und Mirabellen wurden auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei gepflanzt. Erstmal buddelten die Schüler mit Projektmitarbeiterin Annika Hennemuth ein etwa 60 Zentimeter tiefes Loch. Danach wurde der Baum in einem Drahtgeflecht hineingesetzt. „Der Draht ist wichtig, damit die Wühlmäuse die Wurzel nicht zerfressen können“, sagt Hennemuth. Damit der Korb sich im Laufe der Jahre auflöst, ist er aus unbezinktem Material. Auch wichtig: „Ihr müsst darauf achten, dass der Baum nicht zu tief gesetzt wird. Die Veredelung oberhalb der Wurzel darf nicht mit eingebuddelt werden“, erklärt Hennemuth den Schülern. Zur Fixierung wird noch ein Pfahl in den Boden gerammt und mit dem Baum verbunden. Am Ende wird er mit zwei Kannen Wasser gegossen.

Für die Schüler hat die Pflanzaktion gleich zwei Bedeutungen: Die 16- bis 18-Jährigen lernen zum einen, wo das Obst herkommt und wie es geerntet wird. Vor allem ist das aber wichtig, „damit sie sich in dem Beruf des Werkers im Gartenbau ausprobieren können und die Kompetenz erwerben, ob sie den Beruf machen möchten oder nicht. Denn ohne das Ausprobieren, weiß man das nicht“, sagt Felix Witte, stellvertretender Schulleiter. Seit vier Jahren hat die Schule für geistig behinderte einen Schulgarten auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei. Zweimal in der Woche kümmern sich die Schüler um die Beete. Lorenz (17) ist gerne im Garten: „Das ist eine gute Sache.“ Die geernteten Möhren hat er mit seinen Schulkameraden verkauft. Auch Dennis (16) ist gerne draußen: „Wir haben vor einiger Zeit Kürbis gepflanzt und Suppe daraus gemacht. Das hat Spaß gemacht.“

Bereits im April wurden Wildblumenwiesen auf dem Stadtfriedhof eingesät und Mustergräber mit wildbienenfreundlichen Pflanzen angelegt. Vier Friedhöfe in Niedersachsen (Stöcken, Braunschweig, Lüneburg und Göttingen) beteiligen sich an dem Projekt. Finanziert wird es von der Bingo-Umweltstiftung und der Klosterkammer Hannover.

Von Cecelia Spohn

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