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Meine Stadt Steuererklärung: Darum dauert die Bearbeitung länger
Hannover Meine Stadt Steuererklärung: Darum dauert die Bearbeitung länger
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00:18 08.07.2018
GEDULD GEFRAGT: Gibt es eine Erstattung oder nicht? Wer seine Steuererklärung abgegeben hat, muss auf eine Antwort in Niedersachsen besonders lange warten. Quelle: Foto: Berg
hannover

Der niedersächsische Steuerbürger muss mit erheblichen Verzögerungen bei der Bearbeitung der Steuererklärung rechnen. Als Gründe nennt das Landesamt für Steuern Software-Probleme. „Die Software-Aktualisierungen haben in Niedersachsen besonders schlecht funktioniert“, sagt Behördensprecher Christian Franke. Die Ursache dafür sei unbekannt. Man vermute, dass es am Betriebssystem liege.

Doch das war nicht das einzige Problem. Markus Plachta, Vize-Landesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG), erklärt: „In diesem Jahr standen die Bearbeitungsprogramme später als sonst zur Verfügung.“ Auf Grund jährlicher wechselnder Steuergesetz werden die Programme Jahr für Jahr neu aufgespielt. Das Landesamt für Steuern spricht davon, dass erst ab Mitte März mit der Bearbeitung der Steuererklärungen begonnen werden konnte.

Die Niedersachsen sind das Warten gewohnt

Und wie lange muss der Bürger auf seine Steuererklärung warten? Pressesprecher Franke: „Das ist schwer zu sagen.“ Die Niedersachsen sind das Warten gewohnt. Laut einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler dauert eine normale Arbeitnehmer-Steuererklärung durchschnittlich 55 Tage. Niedersachsen bildet zusammen mit Bremen das Schlusslicht. Die Berliner Finanzämter sind im Schnitt drei Wochen schneller. Ralf Thesig vom Bund der Steuerzahler (BdSt) vermutet dahinter eine „gewisse Ineffizienz“ der hiesigen Finanzverwaltung.

Für die Gewerkschaft ist auch Personalmangel ein Grund. „Uns fehlen etwa 600 Fachkräfte“, sagt Plachta. Das liege daran, dass vor Jahren zu wenig Personal ausgebildet worden sei.

Wird jetzt kurzfristig mehr Personal in die Bearbeitung der Steuererklärung gesteckt? „Es ist nicht geplant, Personal umzuschichten“, so Franke. Wieso auch? Erst nach sechs Monaten können die Bürger einen Untätigkeitseinspruch einlegen. Thesig vom BdSt: „Das führt aber nicht unbedingt zu einer Beschleunigung, weil der Einspruch ohne Folgen bleibt.“

Von Thomas Nagel

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