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MARKTFRAU AUS LEIDENSCHAFT: Bibi Schormann von Blumen-Hoffmann ist seit mehr als 30 Jahren im Geschäft. „Besonders Obst- und Gemüsehändler haben es schwer, sich gegenüber der Supermarkt-Konkurrenz zu behaupten.“

MARKTFRAU AUS LEIDENSCHAFT:
Bibi Schormann von Blumen-Hoffmann ist seit
mehr als 30 Jahren im Geschäft. „Besonders
Obst- und Gemüsehändler haben es schwer, sich
gegenüber der Supermarkt-Konkurrenz
zu behaupten.“© Heusel

Hannover

Sterben unsere Wochenmärkte?

Die Händler auf den Wochenmärkten leiden unter Supermarkt-Konkurrenz, doch Kunden schätzen die persönliche Beratung und Qualität. Mancherorts in Hannover reicht das aber nicht.

Hannover. Wildwurst, Fischbrötchen und ein Imbiss: Drei Stände stehen einsam auf dem Klagesmarkt. Wie ein richtiger Wochenmarkt sieht das nicht aus. Dieses Bild bestätigt, was Arthur Armbrecht kritisiert: Der Chef des Landesverbandes der Markt- und Schaustellerbetriebe forderte die Stadt auf, Märkte durch Werbung und Subventionen zu unterstützen, um sie zu erhalten (NP berichtete). Doch ist die Lage auf den Wochenmärkten wirklich so prekär?

Jörg Wilke (46) ist mit seinem Fischgeschäft jeden Dienstag auf dem Klagesmarkt. Früher sei der Markt viel größer gewesen, sagt er. „Erst blieben die Kunden weg, dann viele Händler“, erklärt er die Entwicklung zum Mini-Markt.

Auf dem Lindener Marktplatz herrscht dagegen reges Treiben. Lutz Last (61) schöpft an seinem Stand eine großzügige Portion Erbsensuppe in eine Schale. „Ich stehe seit 1994 regelmäßig auf Märkten“, sagt er, „für mich läuft das Geschäft immer noch ganz gut.“ Am Wochenende sei jedoch deutlich mehr los. Manfred Düwelshaupt (76) bummelt gern über den Lindener Markt. Er hat den Eindruck, dass sowohl die Zahl der Besucher als auch die der Händler abgenommen hat. „Die Lücken zwischen den Marktständen werden größer“, meint er.

Das Angebot auf dem Markt an der Friedenskirche (Zoo-Viertel) reicht von Gemüse über Blumen bis zu heißen Waffeln. Volker Britz (51) vom Käsehandel Laib und Seele berät Brigitte Dalchow (52) und lässt sie von verschiedenen Käsesorten probieren. Er weiß, was seiner Kundin schmeckt. Schließlich kauft sie regelmäßig bei ihm ein. „Ich bekomme hier andere und hochwertigere Produkte als im Supermarkt“, so Dalchow, „auch der persönliche Kontakt und die Beratung sind mir wichtig.“ Ein Sterben der Wochenmärkte wäre für sie ein echter Verlust, sagt sie.

Händler Britz ist seit 15 Jahren auf Märkten unterwegs. Wie viel los ist, hängt auch vom Wochentag ab, glaubt er. „Montag und Dienstag sind meist recht zäh“, erzählt er, „für mich beginnt die Woche eigentlich erst am Donnerstag.“

Bibi Schormann (52) von Blumen-Hoffmann hat über 30 Jahre Markterfahrung. Sie liebt ihren Job. „Aber die Zeiten, in denen man damit Geld verdienen kann, sind lange vorbei“, sagt sie. Grund sei die Konkurrenz durch die Supermärkte. Ihr Chef Achim Hoffmann (53) ist optimistischer. „Märkte werden auch in Zukunft existieren“, meint er. Als Händler müsse man sich jedoch mit fair gehandelten und regionalen Produkten vom Discounter-Sortiment abheben. Trotzdem nimmt auch er die Schwierigkeiten seiner Branche wahr. „Natürlich stehen wir unter einem gewissen Druck, Umsätze zu erzielen“, sagt er, „irgendwie müssen wir ja auch unsere Mitarbeiter bezahlen.“

Von Janina Scheer


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