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SOLL UMGESTALTET WERDEN: Der Steintorplatz. Dabei dürfen  die Bürger mitreden.

SOLL UMGESTALTET WERDEN: Der Steintorplatz. Dabei dürfen die Bürger mitreden.© Florian Petrow

Hannover

Steintorplatz: Stadt engagiert Experten aus Berlin

Der Steintorplatz soll ein neues Gesicht bekommen. Wie dieses aussehen soll, dazu sollen auch die Bürger mitreden dürfen. Für die geplante Beteiligung engagiert die Stadt Experten aus Berlin, die schon viele große und schwierige Projekte begleitet haben.

Hannover. Kein Thema hat im Wahlkampf 2016 die Gemüter so erhitzt wie die Bebauung des Steintorplatzes. Nun sollen die Bürger mitreden dürfen bei der Gestaltung des Areals. Mit Unterstützung eines renommierten Berliner Büros soll der große Wurf gelingen.

Urban Catalyst heißt es – und hat schon große und schwierige Vorhaben begleitet wie die Parkstadt Süd in Köln, wo auf 115 Hektar Fläche der innere Grüngürtel mit einer neuen Parklandschaft bis an den Rhein vollendet werden soll. Die Schweizer Stadt Bern beriet Urban Catalyst bei Erarbeitung ihres Stadtentwicklungskonzeptes. In Berlin war das Büro an der Aufstellung eines Mobilitätskonzeptes und an dem Konzept „Berlin Strategie 2030“ beteiligt, in Hamburg entwickelte es Perspektiven für den östlichen Teil der Stadt.

„Wir müssen etwas machen, was von dem abweicht, was wir sonst machen“, sagt Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann über die geplante Steintor-Bürgerbeteiligung.

Urban Catalyst scheint dafür der richtige Partner zu sein. Das Büro hat nicht nur in der Stadtplanung Kompetenzen vorzuweisen, sondern auch Erfahrung in Sachen Kommunikation und ist darüber hinaus auch in der Forschung aktiv.

In Hannover wird Urban Catalyst „eine Zeit lang auf dem Platz präsent sein, auch mit Installationen“, kündigt Bodemann an. Ziel sei es, „immer wieder mit der Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen“, so der Stadtbaurat.

Schwächen des Bereichs Steintor sollen aufgedeckt, die Ziele einer Umgestaltung festgelegt werden. Geplant sind auch eine Reihe von Workshops, die bereits in den ersten Monaten des neuen Jahres beginnen sollen. Auch die Interessen der Anlieger sollen berücksichtigt werden, unter anderem durch Befragungen.

Die Bürgerbeteiligung soll damit noch intensiver ausfallen, als es bei der Wasserstadt Limmer der Fall war, wo die Stadt sich nach anfänglichen Protesten ebenfalls dazu entschieden hatte, die Bürger mitreden zu lassen. 500 000 Euro hat das Bündnis aus SPD, Grünen und FDP dafür in den Haushalt eingestellt.

Die letzte Entscheidung wird allerdings auch diesmal bei der Politik im Rat liegen. Die Ergebnisse der Steintor-Beteiligung sollen jedoch die Grundlage dafür bilden, so der Plan.

Info: So soll es mal werden

Das Vorhaben kostete wohl Rot-Grün bei der Kommunalwahl im Herbst 2016 die Mehrheit: Zwei bis zu sechsgeschossige Gebäude sollten auf dem Steintorplatz entstehen. So wollte es die Stadt – und so wollten es auch SPD und Grüne.
Obwohl sich bereits früh Widerstand gegen das Vorhaben formierte, boxte die damalige Mehrheit im Rat die ersten Beschlüsse für das Projekt durch, für das mit dem Düsseldorfer Unternehmen Centrum auch schon ein Investor bereit stand. Mittlerweile regiert im Rat auch die FDP mit, die sich klar gegen eine Bebauung aussprach.

Von Christian Bohnenkamp


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