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Meine Stadt Steintor: Firma steigt wegen Streit um Hanebuth-Interview aus
Hannover Meine Stadt Steintor: Firma steigt wegen Streit um Hanebuth-Interview aus
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19:20 06.09.2018
Letzter Auftritt: Am Mittwoch stand noch einmal der Bus des hannoverschen Kreativbüros Endboss auf dem Steintorplatz. Nach einem Streit mit der Stadt um ein Interview mit dem früheren Rockerboss Frank Hanebuth hat sich das Unternehmen jedoch aus der Bürgerbeteiligung zurückgezogen. Quelle: Behrens
Hannover

Bei einer Diskussion am Mittwoch stand noch einmal der markante Doppeldeckerbus des hannoverschen Kreativbüros Endboss am Steintor. Es wird der letzte offizielle Beitrag des Unternehmens zur Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Platzes gewesen sein. Nach einem Streit mit der Stadt hat es sich aus dem Projekt verabschiedet. Auslöser: Ein Interview mit Rotlichtgröße Frank Hanebuth, das Endboss geführt hat.

Erscheinen sollte es in einer Steintor-Zeitung, deren Veröffentlichung eigentlich schon für Mittwoch geplant war. Die Stadt sperrte sich jedoch dagegen, diese mit Hanebuth-Interview zu publizieren. Daraufhin stieg Endboss aus. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und waren mit unglaublich viel Herzblut dabei“, berichtet Ivana Roth, Redaktionsleiterin der Steintor-Zeitung, in der fast 50 Personen zu Wort kommen sollten, die auf und um den Platz herum eine Rolle spielen.

Die Weigerung der Stadt, das Interview mit Hanebuth zu veröffentlichen, sei aber „nur die Spitze des Eisbergs“ gewesen, betont Endboss-Geschäftsführer Robin Höning, dessen Firma vom Berliner Büro Urban Catalyst für die Beteiligung als Partner mit Hannover-Bezug engagiert wurde.

Er hat den Eindruck, „dass die Stadt unliebsame Konflikte ausblenden will“ und auch „erhebliche Zweifel daran, dass sie es mit der Bürgerbeteiligung Ernst meint“. Das Interview mit dem früheren Hells-Angels-Boss Hanebuth habe man „ohne Wertung“ über den Platz geführt, weil viele Gesprächspartner und Bürger diesen als wichtigen Akteur am Steintor genannt hätten. „Es wäre ein interessanter und wertvoller Beitrag zum Prozess gewesen“, versichert Höning.

Bei einem Meeting im Juli habe man auch gegenüber Stadtbaurat Uwe Bodemann erklärt, dass man Hanebuth interviewen wolle. Der habe sich zumindest damals nicht dagegen ausgesprochen.

Stadtsprecherin Annika Schach erklärt die Weigerung, das Hanebuth-Interview zu drucken damit, dass dieser „nicht zu unseren Werten“ passe. Das Rotlichtviertel gehöre zweifelsfrei zum Steintor. Vertreter davon sollten auch in der Zeitung zu Wort kommen. Man habe allerdings befürchtet, dass „so eine kontroverse Persönlichkeit wie Hanebuth den Beteiligungsprozess überlagern würde“.

Erscheinen soll die Steintor-Zeitung trotzdem, wenn auch verspätet und erst im Nachgang der großen Aktionswoche auf dem Platz, die am 12. September startet. Auch ohne Hanebuth werde darin eine „sehr große Meinungsvielfalt zum Ausdruck kommen“, verspricht Stadtsprecherin Schach.

Von Christian Bohnenkamp

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