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Angela Merkel

Steinhude feiert die Kanzerlin

Am Ende stehen sie tatsächlich fast alle auf, die rund 1000 Leute, die sich an der Strandpromenade in Steinhude versammelt haben und singen. Zusammen mit Angela Merkel, der Bundeskanzlerin, und der versammelten niedersächsischen CDU-Prominenz – darunter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Parteichef Bernd Althusmann, Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth und Hendrik Hoppenstedt - stimmen sie nach der Wahlkampfveranstaltung hier am Ufer des Steinhuder Meers die deutsche Nationalhymne an.

Hannover. Rund 30 Minuten hat die CDU-Chefin und Kanzlerin zuvor zum Publikum gesprochen, eine für ihre Verhältnisse emotionale und lebhafte Rede, in der auch gelegentlich ihr durchaus vorhandener trockener Humor aufblitzt. Das bringt ihr immer wieder kräftigen Applaus – rund ein bis zwei Dutzend lautstarke Störer, die sich unter die Menge gemischt haben, zeigen sich allerdings weniger begeistert. Als Bernd Althusmann, CDU-Spitzenkandidat bei der niedersächsischen Landtagswahl um Stimmen wirbt, verhalten sich diese noch ruhig. Althusmann wettert gegen die rot-grüne Landesregierung, ihre „verfehlte, chaotische Bildungspolitik“, verspricht mehr innere Sicherheit und will „nicht viel reden, sondern es einfach mal machen“. Doch als die Kanzlerin auftritt, skandieren einige Leute immer wieder „Merkel muss weg“, auch ihre Trillerpfeifen setzen sie gern und lautstark ein.

Davon lässt sich Merkel nicht wirklich irritieren, sie ist das mittlerweile gewohnt. Bei  vielen Wahlkampfauftritten dieser Tage sind Leute unterwegs, die sie nieder buhen oder mit Trillerpfeifen übertönen wollen. Als sie pünktlich gegen 17 Uhr eintrifft, geht es gleich los. Selbst während der Schweigeminute, die die Kanzlerin noch vor ihrer Rede angesichts des Anschlags in Barcelona anregt, machen die Störer zunächst Lärm. „Wie bei Freunden“ fühle sie sich tatsächlich in Niedersachsen, sagt Merkel und erklärt, dass ein „Wechsel Niedersachsen gut tun würde“ - Schützenhilfe für Althusmann. Dann wirbt sie um die Stimmen der Zuschauer: Der Wahltag sei eigentlich „Ihr Tag“, sagt sie in Richtung Publikum. „Sie entscheiden alle vier Jahre mit ihrer Stimme, wie es mit dem Land weitergeht.“ Die CDU mache allen ein Angebot, „schauen Sie es sich an“. Merkel zählt ihre Erfolge auf, niedrige Arbeitslosenquoten, so viele Beschäftigte wie nie und will auch ihre Zukunftspläne umreißen.

Währenddessen rufen vereinzelte Zuhörer unablässig „Buh, Buh“, „Merkel muss weg“, „Terror, Terror“, die Trillerpfeifen schrillen. Viele der Zuschauer – darunter recht viele graue Köpfe, aber auch junge Leute - sind irritiert, auch etwas verärgert. „Hört doch mal auf, man kann doch gar nichts verstehen“, zischen manche. Die Gruppe mit den Trillerpfeifen hat Schilder dabei, „Köln ist überall“, „Warum hassen Sie Deutschland, Frau Merkel“ und ähnliche Texte stehen darauf. Auf die Frage, was sie erreichen wolle, sagt eine Frau „Dass Frau Merkel wegkommt. Mehr Auskünfte gebe ich nicht.“

Als Merkel über den Sommer 2015 mit den Flüchtlingen („Es war eine humanitäre Notlage“) und Europa spricht  („Europa ist unsere Versicherung für Frieden“), scheint die Lage bei einer Störergruppe zu eskalieren. Aber die Kanzlerin bleibt cool: „Ach, das bisschen Geschrei. Das können wir schon aushalten. Wir leben schließlich in einer 'Demokratie.'“ Die Zuhörer applaudieren lang und anhaltend. „Jeder stellt sich so dar, wie er will. Manche können auch eine Stunde am Stück schreien“,schiebt sie grinsend und knochentrocken hinterher. Das Auditorium lacht, und „Mutti“ bekommt heftigen Applaus. Merkel endet sich dem Schluss der Rede und wirbt um Vertrauen. „Ein bisschen Erfahrung habe ich ja schon“, sagt sie mit kokettem Grinsen u8nd wieder erntet sie viele, viele Lacher. So humorig haben viele die Kanzlerin noch nicht gesehen. Am Ende reicht es sogar zu Standing Ovations. Die Störer sind da schon weg.


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