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Meine Stadt Steinchenbrüder bauen auf Lego
Hannover Meine Stadt Steinchenbrüder bauen auf Lego
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17:18 05.06.2015
Steinchenbrueder: Tim (li) und Alexander (re) Kratzsch Quelle: Christian Behrens
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Hannover

VON RALPH HÜBNER

HANNOVER. Und wenn es mal nicht passt? „Es wird nichts gesägt oder geklebt - das ist tabu für uns!“, sagt Tim Kratzsch (31). „Wir wollen den Stein als Ganzes erhalten“, unterstreicht Bruder Alexander (25) ihre Auffassung vom Umgang mit Lego als Baustein für architektonisch ausgerichteten Modellbau. Vor allem der Immobilienbranche wollen die hannoverschen „Steinchenbrüder“ (so der Geschäftsname) Lego schmackhaft machen. Als Modellbau-Baustein, mit dem sie ein Haus, eine zu verkaufende Wohnung oder ein nur auf Papier oder im Computer vorliegendes Gebäude aufbauen.

„Man kriegt alles hin, muss sich nur damit anfreunden, dass es im kleinen Detail Abweichungen gibt. Aber das Markante bekommt man immer hin!“, versichert Tim. „Je größer ein Modell sein soll, desto einfacher und besser ist es darstellbar“, erklärt Alexander. Gerade haben sie den zweiten Auftrag erhalten. Vorteil für die Auftraggeber: Sie können potenziellen Kunden mit dem Lego-Modell einen realistischen Eindruck verschaffen und Varianten aufzeigen, etwa, indem Wände versetzt oder Zimmer anders geschnitten werden.

„Wir haben immer zusammen gespielt, es gab nie deins und meins, war immer unser Lego“, erinnert sich Tim, „das war für uns ein Mittel der Kommunikation - immerhin sind wir sieben Jahre auseinander.“ Alexander, der in Hannover Wirtschaftswissenschaft studiert, berichtet, dass sein Vater noch heute auf einem Gehöft in einer Scheune ein „Erwachsenenspielzimmer“ eingerichtet habe - der Spieltrieb liegt offenbar in der Familie.

Gut zehn Jahre lag die Lego-Sammlung ihrer Kindheit ungenutzt im Keller. „Wir haben uns immer zu Weihnachten noch ein Set geschenkt, aber nur einmal zusammengebaut, und das wars dann“, erzählt Alexander. Sie haben Lego nie aus dem Blick verloren, auch wenn es eine Zeit gab, wo sie mit der Politik des Herstellers nicht einverstanden waren: „Da fanden wir nicht gut, was die rausgebracht haben, das war so viel mit Fertigteilen, da hat das Bauchgefühl gelitten“, sagt Alexander. Jetzt aber „macht es wieder viel Spaß, was Lego so rausbringt“, sagt Tim. Und so kauft er manches Set nicht nur einmal für sich, sondern auch mit der Hoffnung auf Wertsteigerung, sobald die Produktion eines Sets eingestellt wird.

Vor einigen Monaten kam Tim die Idee, den seit längerer Zeit leerstehenden Laden im Erdgeschoss (einst wurden hier Musikinstrumente verkauft, noch früher war hier mal eine Bäckerei gewesen) als Spielzimmer einzurichten. „Und dann dachte ich: wenn schon ein Laden, dann mal sehen, ob wir damit nicht so viel Profit machen können, um wenigstens unser Hobby zu finanzieren!“, sagt Tim, der schon länger in der Immobilienbranche tätig ist.

Abgesehen vom Architektur-Modellbau arbeiten sie natürlich auf Kundenwunsch. So entstand gerade der Prototyp eines beweglichen, etwa 16 Zentimeter hohen Bären. Sie arbeiten derzeit auch am Modell einer Vespa, das eine Mutter ihrer Tochter anlässlich von deren Roller-Kauf schenken will.

Schwierigkeiten macht ihnen gerade die eigene Idee von der Kröpcke-Uhr als 25-Zentimeter-Modell, die sie gern als kleine Souvenir-Serie rausbringen möchten: „Unter den mehr als 300 000 Steinen, die wir in den letzten Wochen sortiert haben, waren gerade mal zwei in Dunkelgrün dabei“, sagt Tim. „Wir hätten nicht erwartet, dass die Kombination aus Farbe und Teilen so selten ist“, sagt Alexander. Dabei habe Lego aktuell mehr als 100 Farben in der Produktion und gebe es über 80 000 Form-Farbe-Kombinationen. Einfacher war es da, ein „Mensch ärgere dich nicht!“ zusammenzustellen - im Lego-Ritterfiguren-Design.

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